Dass ab Juni 2019 nicht mehr telefoniert werden kann, ist beschlossene Sache: Die Swisscom stellt den Betrieb aller öffentlichen Telefonapparate ein und baut bis im Frühjahr die Kabinen in der Region ab. Und dass in den Telefonkabinen am Barfi ab dann nicht mehr telefoniert werden kann, empfindet die Basler Bevölkerung im Handyzeitalter auch nicht als weiter schlimm. Doch dass das Häuschen mit den charakteristischen Spitzdächern ganz aus dem Stadtbild verschwindet, gleicht einer kleinen Tragödie: Seit Jahrzehnten ist der Platz bei den Kabinen der Treffpunkt fürs Ausgangsvolk in der Innenstadt. Warum also die Kabinen nicht umnutzen, damit sie bestehen bleiben können?

Vor rund einem Monat fragte die bz ihre Leser, wie die Telefonkabinen am Barfi weiterbetrieben werden könnten. Rund 70 entsprechende Vorschläge gingen daraufhin innert einer Woche ein. Von Realistischem wie einer Büchertauschbörse oder einer Handyaufladestation bis hin zu verspielt-fantasievollen Ideen wie einem Mini-Ozeanium oder einer Zeitmaschine wurde alles genannt.

Über die drei besten Vorschläge stimmten die bz-Leser in den vergangenen zwei Wochen ab: Der Kunstraum erhielt 22 Prozent der Stimmen, die Büchertauschbörse 35 Prozent und die Café-Bar 44 Prozent, womit diese als Siegerin der Umfrage feststeht. Die Idee der bz-Leser: Während man am Treffpunkt wartet, lässt sich an der Stehbar gemütlich ein Kaffee oder abends auch ein Cüpli oder ein Bier trinken.

Die bz hat die Vorschläge beim Basler Bau- und Verkehrsdepartement, das für die Bewirtschaftung der Allmend zuständig ist, eingereicht. Dort will man indes nichts von den Vorschlägen wissen, sie nicht mal kommentieren: «Diese Umfrage hat offensichtlich falsche Hoffnungen geweckt», sagt Sprecher Daniel Hofer. «Eine Umnutzung der Telefonkabinen auf dem Barfüsserplatz ist nicht vorgesehen. Wo eine nicht mehr benötigte Telefonkabine steht, kann Fläche für andere Nutzungen und mehr Spielraum für eine künftige Umgestaltung des Platzes entstehen.»

Noch nicht ganz vom Tisch

Deutlich offener zeigt sich Olivier Wyss, der beim Präsidialdepartement Basel-Stadt die Anlaufstelle Zwischennutzung leitet. Wie bereits bekannt sei, prüfe aktuell das Historische Museum, ob es die Telefonkabinen in die Sammlung aufnehmen könne, sagt er auf Anfrage. «Sollte eine solche und aus unserer Sicht wünschenswerte Übernahme realisiert werden können und bis zu diesem Zeitpunkt noch die Möglichkeit für eine Zwischennutzung bestehen, werden wir dies zu gegebener Zeit überprüfen.»

Dass das Häuschen also doch stehen bleibt, ist noch nicht ganz vom Tisch. Die bz dankt ihren Lesern für all die spannenden Vorschläge.