Geht es nach dem Aktionsplan des Lufthygieneamts beider Basel, soll in der Feldbergstrasse Tempo 30 eingeführt werden. Ziel ist es, gesunde Luft für die Bevölkerung zu schaffen, und davon kann man in der Feldbergstrasse nicht sprechen. «Sie ist eine der Basler Strassen mit der höchsten Belastung an Feinstaub und Stickoxiden und liegt bei Letzterem 60 bis 70 Prozent über dem Grenzwert», erklärt Andrea von Känel, Leiter des Lufthygieneamts.

Weg mit dem Durchgangsverkehr

Neben der Geschwindigkeitsbeschränkung werden auch Massnahmen wie Rotlichtanlagen an den beiden Brückenköpfen der Johanniterbrücke geprüft. Dadurch soll die stark verkehrsbelastete und dicht bebaute Feldbergstrasse für den Durchgangsverkehr, der ungefähr ein Drittel der Fahrzeuge ausmacht, weniger attraktiv gemacht werden. «Dieser Verkehr soll über die Nordtangente und die Dreirosenbrücke gelenkt werden», betont von Känel. Eine Umsetzung der Massnahmen wäre für einen Zeithorizont um 2020 denkbar.

Wenig begeistert von den geplanten Massnahmen ist ACS-Präsident und Grossrat Urs Schweizer (FDP). In einer Interpellation argumentiert er, dass die Feldbergstrasse in der Strassennetzhierarchie 2010 zu den wenigen Hauptverkehrsstrassen gehöre, «welche die Sammel- und Durchleitungsfunktionen des Verkehrs durch die Stadt wahrnehmen sollen». Er fragt die Regierung: «Ist das Lufthygieneamt bei der Erarbeitung der Massnahmen an diese Vorgabe nicht gebunden?» Ausserdem seien Nordtangente und Dreirosenbrücke bei Stosszeiten regelmässig überlastet.

Erhebliche Veränderungen für die Feldbergstrasse würde der Bau einer neuen Tramlinie vom Bahnhof SBB über das Heuwaageviadukt und die Johanniterbrücke durch das Matthäus-Quartier zum Badischen Bahnhof bringen. Das Projekt stand im Mittelpunkt der Forderungen der Traminitiative, die drei Ziele verfolgte: die Luftschadstoffe zu reduzieren, die Innerstadt vom Tramverkehr zu entlasten und neue Quartiere wie die Wohngebiete um die Feldbergstrasse an das Tramnetz anzuschliessen.

In der strategischen Planung Tramnetz Basel 2020, die der Regierungsrat in Auftrag gegeben hatte, war das Tram über die Johanniterbrücke und durch die Feldbergstrasse erst nicht enthalten. Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) des Grossen Rats sah das anders und sprach sich im August 2012 für das Projekt aus. Ein Argument war in diesem Zusammenhang auch der grosse Erfolg der 30er-Buslinie, die durch die Feldbergstrasse zwischen Badischem Bahnhof und Bahnhof SBB verkehrt. In den Spitzenverkehrszeiten mussten die Basler Verkehrsbetriebe wegen der grossen Nachfrage den Takt von 7,5 Minuten auf 3,75 Minuten verdichten.

Die Umstellung von Bus auf Tram begründete die Uvek unter anderem so: «Sie dürfte auch eine Verbesserung der Luftqualität in der stark belasteten Feldbergstrasse zur Folge haben.» Der Grosse Rat folgte der Uvek, nahm das Tramprojekt in den Ausbauplan für das Tramstreckennetz auf und beschloss, die Investition für den Tramnetzausbau auf 350 Millionen Franken zu erhöhen.

Das Tramkomitee zog daraufhin seine Initiative zurück, meldete sich aber im April 2013 mit der Forderung zu Wort, eine erste Etappe des Projekts, zu der auch der Abschnitt zwischen Johanniterbrücke und Feldbergstrasse gehört, parallel zum Margarethenstich zu realisieren.

Als nächster Schritt erfolgt die Ausschreibung von Machbarkeits- und Zweckmässigkeitsstudien. Darin soll auch geklärt werden, welche Auswirkungen ein Tram auf die Feldbergstrasse haben wird und ob der Bau auf der Johanniterbrücke technisch möglich ist. Im Sommer 2014 sollen laut Amt für Mobilität erste Resultate vorliegen.

Keine abschliessende Meinung

Das Stadtteilsekretariat Kleinbasel, in dem als Trägerverein 46 Vereine zusammengeschlossen sind, hat laut Geschäftsführerin Theres Wernli weder zum Tram noch zu Tempo 30 eine abschliessende Meinung. «Verkehrsentlastung und Schadstoffreduzierung sind sicherlich ein gemeinsamer Nenner», sagt sie. Es stelle sich aber die Frage, wie Massnahmen umgesetzt werden. Diese seien immer mit Auswirkungen wie zum Beispiel Ausweichverkehr verbunden.

Eben diesen gelte es zu vermeiden, betont Benno Jurt, Abteilungsleiter im Amt für Mobilität. «Die Feldbergstrasse ist eine innerstädtische Hauptverkehrsachse und dort muss der Verkehr gleichmässig und flüssig fliessen», sagt er. So gebe es am wenigsten Umweltbelastungen.