Gewerbeverband
Tenor der Basler Gewerbetagung ist moderat bis optimistisch

Am Donnerstagabend trafen sich in der Eventhalle der Messe über 500 Interessenten zur Basler Gewerbetagung. Die Ansprachen waren dieses Jahr moderat bis optimistisch, ein Aufsteller sei beispielsweise die Werkarena an der Neudorfstrasse.

Stefan Schuppli
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Gut 500 Personen nahmen an der Gewerbetagung in der Eventhalle der Messe Basel teil.

Gut 500 Personen nahmen an der Gewerbetagung in der Eventhalle der Messe Basel teil.

Martin Töngi

Es ist jedes Jahr ein grosses Zusammenkommen, die Basler Gewerbetagung. Gestern Abend war es wieder so weit. In der Eventhalle der Messe Schweiz trafen sich über 500 Gewerbler, Politikerinnen und Politiker, Vertreter von Ämtern, Industrie, Dienstleistern zum Spätsommeranlass des Gewerbeverbandes Basel-Stadt. Doch im Gegensatz zu den Brandreden gegen das «unkontrollierte Staatswachstum» an der Gewerbetagung 2014 waren die Ansprachen in diesem Jahr eher moderat.

Was ein Optimist sei? Auf diese Frage gäbe es «mehr Antworten als Fahrverbotsschilder in der Innerstadt», sagte Gewerbepräsident Marcel Schweizer in seiner launigen Begrüssung. Der britische Schauspieler Peter Ustinov habe es einmal so gesagt: «Ein Optimist ist ein Mann, der genau weiss, wie traurig die Welt sein kann, während ein Pessimist täglich neu zu dieser Erkenntnis gelangt.» So liess denn Schweizer in seiner Rede Optimismus aufblitzen. Obwohl es viele Gründe fürs Jammern gäbe, wie er anmerkte.

Die Werkarena Neudorfstrasse beispielsweise sei «ein Aufsteller». An der Neudorfstrasse in Basel Nord finden Gewerbe- und Industriefirmen eine neue Heimat, und das bald. Wo früher die Villa Rosenau stand, werden zurzeit 4300 Quadratmeter Gewerbepark erschlossen. Flächen, die zugeschnitten sind auf Betriebe, die ein wenig mehr Lärm machen und «auch ein wenig mehr transportieren müssen als auf einem Velogepäckträger Platz hat.» Optimistisch an diesem Projekt stimme ihn nicht zuletzt die Tatsache, dass es in einer «ausgezeichneten Zusammenarbeit vom Gewerbeverband und Immobilien Basel-Stadt» unter der Leitung von Regierungsrätin Eva Herzog realisiert werde. Die «Werkarena» wird schätzungsweise 200 bis 400 Arbeitsplätze beherbergen können.

Energieeffizienz

Auch die Zusammenarbeit mit dem Kanton bei der Plattform «Energie Impulse Region Basel» entwickle sich positiv. Sie realisiert konkrete Projekte im Bereich der Energieeffizienz, Förderung der erneuerbaren Energien und der Ressourceneffizienz. Dieser Technologiemarkt wachse weltweit überdurchschnittlich und biete gerade für kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) grosse Chancen für neue Geschäftsfelder. Ein Beispiel: Drei regionale KMU starten gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und unterstützt vom Bundesamt für Energie ein Pilotprojekt im Bereich Solarpanels. Dank einer neuen Oberflächenbearbeitung können diese besser in Baukörper integriert werden.

«Sie sehen: Es muss nicht jedes Mal eine Standpauke sein wie vor einem Jahr. Wir können auch anders», meinte Schweizer versöhnlich. Einen ebenfalls versöhnlichen Klang verbreitete, notabene, der Chor Männerstimmen Basel und der «Hot Sax Club».

Kritik an der Überregulierung

Kritischere Töne schlug Gewerbedirektor Gabriel Barell an und betonte die Herausforderungen für die regionale KMU-Wirtschaft. Diese spürten seit der Frankenstärke die Überregulierung und alle anderen Fesseln noch stärker als zuvor. Als Reaktion darauf lancierte der Gewerbeverband Basel-Stadt im April zusammen mit dem Arbeitgeberverband und anderen ein «Entfesselungspaket». Einige Forderungen daraus habe die Regierung erfreulicherweise bereits umgesetzt, wie gewisse Lockerungen beim Zufahrtsregime in die Innenstadt, so Barell.

«Im Fokus steht die Parkplatzmisere im Kanton sowie der undurchsichtige Gebührendschungel», erklärte der Gewerbedirektor. Er zeigte sich erfreut, dass Politikerinnen und Politiker der bürgerlichen Parteien sowie der Grünliberalen auf dem politischen Parkett gegen diese Missstände vorgingen. Insgesamt würden zehn Vorstösse lanciert.

Zum dritten Mal wurde gestern von den Industriellen Werken Basel (IWB) und dem Gewerbeverband Basel-Stadt der «IWB KMU Award» an zwei Firmen verliehen. Es ist ein Preis für Energieeffizienz, Innovation und Engagement.