Über mehrere Jahre geschäftete Guy Blattmann am Klosterbergfest problemlos. 2011 sollte der Alkohol und damit der Rubel aber richtig rollen. Besonders Mühe habe man sich gemacht, um den Standplatz Nr. 8 beim Vier-Linden-Brunnen attraktiv zu gestalten. Doch zum einen regnete es, zum anderen stand davor auch ein Stand, der Kartoffelpuffer anbot. Blattmann sah sich in die zweite Reihe versetzt.

Statt des erwarteten Umsatzes von 25'000 Franken kam nur etwa die Hälfte zusammen. Nun wollte er sich gerichtlich schadlos halten: Die Miete von 4000 Franken sollte ihm zu zwei Drittel erlassen werden, einen Schadenersatz von 7500 Franken forderte er und zudem die Herausgabe der Miete des Kartoffelpufferstandes in Höhe von 3500 Franken.

Die Mieterschlichtungsstelle, das Basler Zivilgericht und schliesslich das Appellationsgericht mussten sich in den vergangenen Jahren mit dem Fall befassen. Das oberste Basler Gericht hat sich nun dem Zivilgericht angeschlossen, einer «grosszügigen» Mietreduktion um ein Drittel zugestimmt und alle anderen Forderungen abgelehnt. Die 1350 Franken, die ihm damit zustehen, sind allerdings schon mehr als wieder weggefressen.

Blattmann sagt: «Ausser Spesen nichts gewesen.» Er sei enttäuscht. Das Gerichtsurteil mochte er bisher nicht einmal lesen. Für den Verein «Kinder in Brasilien» ist der Schaden überschaubar. Sein Anwalt hat pro bono gearbeitet, das ihm zustehende Honorar hat er dem Verein erlassen.