Teures Grossprojekt
«Komplexität des Bauprojekts zu Beginn unterschätzt»: Beide Basel veröffentlichen externe Analyse zum Biozentrum

Der Neubau des Biozentrums in Basel kostete deutlich mehr als geplant – die Mehrkosten betrugen 110 Millionen Franken. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht sind die Fehler aufgelistet.

Aimee Baumgartner
Drucken
Teilen
Der Biozentrum der Universität Basel am Eröffnungstag.

Der Biozentrum der Universität Basel am Eröffnungstag.

Kenneth Nars

Am 21. September 2021 wurde das Basler Biozentrum feierlich eröffnet. Am heutigen Dienstag, also genau eine Woche danach, präsentierten die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft die Ergebnisse einer externen Analyse zum Grossprojekt. «Die Analyse kommt zum Schluss, dass die Komplexität des Bauprojekts zu Beginn unterschätzt worden sei. Dies führte zu einer zu tiefen Kostenschätzung und zu einem unrealistischen Terminplan», ist der gemeinsamen Mitteilung zu entnehmen.

Auf Seiten der Kantone sei aber laut den externen Experten «eine professionelle Projektabwicklung» gewährleistet worden. Die Entscheidprozesse und die Qualität der Entscheidgrundlagen wurden dem Projekt entsprechend als «angemessen» eingestuft. Sich «anbahnende Schwierigkeiten» seien rechtzeitig erkannt worden.

Kritik gab es für das Planerwahlverfahren

Mangelhaft sei jedoch die Kontrolle über das Projekt im notwendigen Umfang ausgefallen, die in Zusammenarbeit mit dem Generalplaner erfolgen sollte. «Das Projektleitungsteam der Kantone und der Generalplaner haben sich nicht zu einem partnerschaftlich arbeitenden Team entwickeln können», kommen die Experten zum Schluss und nennen dafür zwei Faktoren: «Erstens hätte rückblickend die Bestellung bei Beginn des Bauprojekts schärfer formuliert sein müssen. Zweitens sei im Hinblick auf die Komplexität des Gebäudes nicht das optimale Planerwahlverfahren umgesetzt worden.»

Für die Regierungen beider Basel sei diese Analyse nach eigenen Angaben «eine wertvolle Grundlage, um daraus Learnings für künftige Grossprojekte zu erkennen und Massnahmen abzuleiten».

Aktuelle Nachrichten