The Glue
The Glue: Auf der Bühne zeigen die Herren der Münder keine Comedy

Die Basler Kult-Sänger von der A-Capella-Band «The Glue» feiern dieses Wochenende Plattentaufe von «La bouche qui rit». Die fünf Basler wechseln zwischen Chansons, Soul und Funk.

Annika Bangerter
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Knapp zu erkennen: Die Sänger der A-cappella-Band The Glue auf dem Cover von «La bouche qui rit». zvg

Knapp zu erkennen: Die Sänger der A-cappella-Band The Glue auf dem Cover von «La bouche qui rit». zvg

Zur Verfügung gestellt

«Sei wieder Herr über deinen Mund» appelliert die A-cappella-Band The Glue auf ihrem neuen Album «La bouche qui rit». Ihr eigenes Mundwerk beherrschen sie. Und wie. Die fünf Basler Sänger singen sich nicht nur gekonnt durch verschiedenste Musikstile, sie lassen auch Trompeten scheppern, Wellen brechen und Schiffsirenen hupen. «Alle Klänge erzeugen wir mit unseren Mündern. Wir schnippen weder mit den Fingern, noch klatschen wir mit den Händen einen Rhythmus», sagt Band-Mitglied Oliver Rudin.

Dennoch scheint es, als würde ein Schlagzeug den Gesang begleiten, Rasseln die Lieder vorantreiben. Das ist das Werk von Michael Moor. Seit fünf Jahren verstärkt er als sogenannter «Mundperkussionist» die Sänger. Für ihn ist «La bouche qui rit» das erste Album mit der A-cappella-Band.

Die neuen Lieder von The Glue bestechen in ihrer Vielfalt von Stil, Sprachen und Arrangements. Die fünf Basler wechseln leichtfüssig zwischen Chansons, Soul und Funk. Die kubanischen Altmeister von «Buena Vista Social Club» interpretieren sie ebenso eigenwillig wie den deutschen Schlagstar Hans Albers. «Als A-cappella-Band tanzen wir aus der Reihe. Unser Repertoire besteht aus vielen Eigenkompositionen. Und auf der Bühne zeigen wir keine Comedy», sagt The-Glue-Mitglied Gregor Beermann. Zudem entwickelt die Band die Songs gemeinsam. Noten existieren nicht, die Sänger haben die Töne und Arrangements im Kopf.

Volkslied mit Reggae

Die neuen Songs von The Glue sind geprägt von der Welttournee, welche die A-cappella-Band auf vier Kontinente führte. Vor allem in Südafrika gaben die Konzertbesucher den Baslern ein ungefiltertes Feedback. «Wir haben in den Gesichtern unmittelbar lesen können, welche Elemente funktionieren und welche nicht ankommen. Durch diese Rückmeldungen ist unsere Musik tiefgründiger geworden», sagt Sänger Oliver Rudin.

Ihren Klangteppich weben The Glue nun in sieben verschiedenen Sprachen. Zum ersten Mal singen sie auf Chinesisch und sprengen dabei auch folkloristische Grenzen: Ein taiwanisches Volkslied mischen sie beispielsweise mit Reggae. «Wir suchen immer das Eigene. Dabei orientieren wir uns an Harmonien sowie Texten und machen etwas Neues daraus», sagt Rudin.

Grosse Fangemeinde in Asien

Die Band entwickelt auch ihre Kompositionen weiter. Auf dem Album «La bouche qui rit» findet sich einer ihrer Songs in chinesischer Fassung. Neben einer Übersetzerin half eine Sinologie-Professorin den Baslern bei der Aussprache. «Die chinesische Sprache lebt von ihren Betonungen, sie hat einen eigenen Klang. Aus demselben Material entstanden zwei verschiedene Songs», erklärt Beermann.

Die Sänger von The Glue sind fasziniert von der asiatischen Kultur. Auch umgekehrt ist die Begeisterung gross. «In Asien kommen wir besonders gut an», erzählt Rudin begeistert. Nach ihrer Welttournee haben
The Glue mehr Facebook-Freunde aus Asien als aus der Schweiz. Auch der Verkauf von CDs ist im Fernen Osten erfolgreicher als in der Heimat. Warum wohl?

Plattentaufe des Albums «La bouche qui rit» am Samstag, 24. Mai, und Sonntag, 25. Mai, im Schauspielhaus. Weitere Informationen unter: www.theglue.ch

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