Verschärfte Massnahmen

Theater Basel schliesst vorübergehend, Gewerbeverband kritisiert neue Regeln

Müssen bis Mitte Dezember geschlossen bleiben: Restaurants und Bars in Basel.

Müssen bis Mitte Dezember geschlossen bleiben: Restaurants und Bars in Basel.

Der Gewerbeverband Basel-Stadt ist unzufrieden mit der erneuten Schliessung von Restaurants, Bars, Clubs und Sporteinrichtungen. Es müssten Massnahmen gefunden werden, die über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden können.

Mit den Massnahmen, die der Kanton Basel-Stadt am Freitagnachmittag bekannt gegeben hat, zeigt sich der Gewerbeverband Basel-Stadt unzufrieden - in einer Medienmitteilung kritisiert er «den erneuten Lockdown von ganzen Teilen der Wirtschaft». Der wirtschaftliche Schaden in Basel-Stadt sei enorm.

Während man verstehe, dass der Kanton versucht, die Situation besser in den Griff zu bekommen, sei kritisch zu beurteilen, dass dies zulasten der Wirtschaft geschieht. Für die Gastronomie sei das besonders bitter: Unternehmerinnen, Unternehmer und Mitarbeitende hätten grossen Aufwand investiert, um Schutzkonzepte zu erstellen und diese umzusetzen - diese würden mehrheitlich gut funktionieren. «Der Gewerbeverband Basel-Stadt bedauert, dass dieser Weg nicht weiterverfolgt wird und eine Kehrtwende erfolgt. Absurd ist, dass nun in der kleinräumigen Region Basel wieder unterschiedliche Regimes gelten – zulasten der baselstädtischen Unternehmen.»

Der Gewerbeverband fordert Massnahmen, die längerfristig umgesetzt werden können, ohne dass die Wirtschaft partiell geschlossen werden muss. Mit dem Lockdown einzelner Branchen würde auch der Bedarf nach Unterstützungshilfen stark ansteigen. Gewerbedirektor Gabriel Barell fordert deshalb, dass die Wirtschafts- und die soziale Krise in der Abwägung ebenso stark gewichtet werden wie die Gesundheitskrise. Man erwarte ausserdem, dass die Massnahmen so rasch wie möglich wieder rückgängig gemacht werden, sobald sich die Situation entspannt. 

Theater Basel schliesst 

Auch das Netzwerk Kulturpolitik Basel zeigt sich mit den neuen Regeln unzufrieden: In einer Medienmitteilung wird insbesondere die Obergrenze für Veranstaltung, die neu 15 Besucher beträgt, kritisiert. «Wir plädieren für eine Differenzierung: In professionell durchgeführten Kulturveranstaltungen sitzt das Publikum aktuell auf Abstand, mit Maske, hintereinander, schweigend in zum Teil sehr grossen Räumen.» Ob 15 oder 50 Personen in einem Saal sitzen, würde die Situation im Hinblick auf Ansteckungen nicht verändern. 

Die Besuchergrenze berücksichtige ausserdem die sorgfältige und aufwändige Planung einer professionell durchgeführten Veranstaltung nicht. Kultur sei mehr als Freizeitgestaltung, schreiben die Verfasser. «Das kulturelle Leben in Basel muss erhalten bleiben.»

Das wird nicht überall möglich sein: Das Theater Basel beispielsweise stellt den Spielbetrieb vom 23. November bis zum 13. Dezember ein, wie Medienverantwortliche Mavi Behramoglu auf Anfrage schreibt. In der Kaserne werden laut Sandro Lunin, künstlerischer Leiter, nur noch Kleinstformate wie Podiumsdiskussionen durchgeführt.

Meistgesehen

Artboard 1