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Theater: Lobby-Arbeit in Basel-Stadt nötig

Die Generalversammlung der «Vereinigung Unser Theater» stand ganz im Zeichen der Frage, wie man nach der knapp verlorenen Abstimmung vom 13. März weiter arbeiten soll.

Joerg Jermann
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Theater Basel (Archivbild). Archiv/niz

Theater Basel (Archivbild). Archiv/niz

Nicole Nars-Zimmer

Fakt ist, dass der Kanton Basellandschaft keine höheren Beiträge an das Theater Basel zahlt und das Theater, zumindest vorerst, sich das verlorene Geld anderweitig beschaffen muss. Wie die Schlussvotantin Beatrice Geier (Liestal, Theatergenossenschaft) an der Generalversammlung der «Vereinigung Unser Theater» sagte, steht derzeit nicht Baselland im Mittelpunkt, sondern Basel-Stadt. Hier müsse Lobby-Arbeit geleistet werden – im privaten Kreis und bei den Grossräten, damit auch in den kommenden drei Jahren die 1,5 Millionen Franken Zusatzkredit gesprochen werden.

Eine bittere Sache

Der Präsident von «Unser Theater», Hans Plattner, betonte, man habe keine sofortige Lösung für die fehlenden Millionen bereit, im Kanton Basellandschaft seien die Meinungen sehr kontrovers. Für die Theaterleute jedenfalls sei das eine bittere Sache, die Suche der Nachfolger von Operndirektor Dietmar Schwarz und von Schauspieldirektor Elias Perrig lasse sich auch schwieriger an unter den gegebenen Umständen. Ungewiss sei die weitere Entwicklung, ein genaues Programm zur Beschaffung der Gelder sei unmöglich.

Konkret hat die Vorortskonferenz den Regierungsrat bereits zur Beschaffung weiterer Theatergelder aufgefordert. Zudem müsse der Verein bei kommenden Abstimmungen mehr die theaterferneren Kreise mit einbeziehen, so Plattner. Der Verein könne vermitteln, das Gespräch suchen und ermöglichen und natürlich auch Vorschläge unterbreiten. Ein neuer Flyer werde nun verbreitet, und man müsse letztlich als Ziel fünftausend Leute ansprechen und nicht nur einige hundert. Mehr als je sei eine aktive politische Lobby für das Theater notwendig. Man werde das Renommee des Vereins weiter ausbauen und politisch wie kulturell wolle man sich breiter abstützen. Zu diesem Zweck will Plattner die jetzige Mitgliederzahl von 450 Personen massiv erhöhen.

«Allenfalls mit Kompromissen»

Im Ausblick des Jahresberichtes heisst es: «Die Form einer Vereinbarung (z.B. Kulturprozent) darf offen bleiben. Eine definitive Lösung dürfte im Rahmen des Finanzausgleichs zweckmässig, nicht aber zwingend sein. Um den Erfolg zu garantieren, muss die im Referendum engagierte Gegnerschaft teilweise eingebunden werden, allenfalls mit Kompromiss in Berücksichtigung ihrer Argumente.» Schliesslich betonte Plattner, ohne Unterstützung der weit verbreiteten Laienkultur sei kaum ein Erfolg möglich.

Der Vorstand wurde teilweise neu gewählt: Zu Hans Plattner kommen Martin Cron, Martin Matter, Beatrice Geier, Peter Litwan, Lienhard Meyer, Barbara Schneider und Gilde Veronika Vionnet. Schliesslich meinte ein Votant, man müsse zukünftig für mehr junge Leute sorgen im überalterten Verein, etwa mit Aktionen in Gymnasien könne man auf sich aufmerksam machen.