Thomas Dürr hat nicht damit gerechnet, mit dem 24. Basler Stern ausgezeichnet zu werden. «Ich bin gerührt», strahlte er. Der in Basel geborene und in Haltingen aufgewachsene Kultur-Veranstalter ist der Mann hinter der Bühne. «Für auf der Bühne habe ich zu wenig Talent», schmunzelte er während der Preisverleihung vom Montagabend.

Zum Glück, ist man beinahe versucht zu sagen, denn er hat die ganz Grossen nach Basel geholt: Die Ärzte, Montserrat Caballé, Helene Fischer, Herbert Grönemeyer oder Peter Ustinov. Dazu kommen grosse Musicals, das Ballett von Heinz Spoerli oder Opern wie Nabucco. Ganz am Anfang stand für Dürr aber Reinhard Mey. Er war der erste Künstler, der dem jungen Veranstalter vertraute und bei ihm auftrat. In seinen Dank schloss er insbesondere alle Leute ein, «auf die ich mich immer verlassen konnte» und sein Umfeld, das immer an ihn geglaubt habe.

Seitenhieb an den Kanton

Gestartet hat Dürr als Plakatekleber und kam so mit ersten interessanten Leuten in Kontakt – aber auch mit der Polizei, die ihm eine Busse wegen «wilden Plakatierens» aufbrummte und ihm seinen Verdienst gleich wieder abnahm. Heute lacht er darüber, aber einen Punkt bedauert er: Es sei ihm bis heute nicht gelungen eine Zusammenarbeit mit der Messe Basel zu vereinbaren.

Einen weiteren Seitenhieb muss der Kanton in der Laudatio von Hans-Peter Platz einstecken: Der ehemalige Chefredaktor der «Basler Zeitung» meinte süffisant, dass «man es Dürr in Zürich leichter machte». Erstmalig sei mit Dürr ein Vertreter der Kreativwirtschaft ausgezeichnet worden. «Kunst und Kultur müssen nicht rentieren. Aber in der Kreativwirtschaft muss es sich rechnen», so Platz.

Er überreichte Dürr die Auszeichnung in Form eines Sternes mit Schweif. Zudem hat das zehnköpfige Wahl-Komitee einen richtigen Stern im Sternbild «Grosser Wagen» auf seinen Namen taufen und registrieren lassen. Dürr reiht sich damit in eine Liste von Basler Persönlichkeiten ein, deren Wirken weitherum bekannt ist. «Ich hoffe, Sie erwarten nicht, dass ich mich zur Ruhe setze!», scherzte der Preisträger zum Schluss. Eine klare Ansage für weitere Stunden guter Unterhaltung.