St. Jakobshalle
Thomas Kastl kehrt als Manager der St. Jakobshalle zurück

Mit Thomas Kast übernimmt ein alter Bekannter die Leitung der St. Jakobshalle: bereits von 2006 bis 2009 hatte er den Basler Event-Tempel geführt. Der momentane Leiter Michel Loris-Melikoff ist damit entmachtet. Er wollte auf seinem Posten bleiben.

Nicolas Drechsler
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Thomas Kastl wird wieder Manager der St. Jakobshalle.

Thomas Kastl wird wieder Manager der St. Jakobshalle.

Keystone

Der alte Chef ist auch der neue. Das Erziehungsdepartement hat Thomas Kastl zum Leiter der St. Jakobshalle bestellt und damit den jetzigen Geschäftsführer Michel Loris-Melikoff endgültig entmachtet. Die Stelle war im Oktober 2012 ausgeschrieben worden, Amtsantritt ist am 1. März. Die vergleichsweise knapp gesetzten Fristen sorgten damals für Erstaunen bei Beobachtern. Dazu kommt, dass Kastl nicht unumstritten ist. Er hatte die St. Jakobshalle bereits von 2006 bis 2009 geleitet. Er gilt als Favorit von Erziehungsdirektor Christoph Eymann, der ihn nun auch zum neuen Leiter erkoren hat. Allerdings, und das betonte Eymann gegenüber der bz, nicht im Alleingang: «Ich habe die Dossiers der acht Bewerber zusammen mit dem Sportbeirat Marco Obrist und dem Präsidenten von Basel Tourismus, Hanspeter Weisshaupt, geprüft.»

Bei der letzten Ausschreibung war noch eine Jury von Fachleuten eingesetzt worden. Loris-Melikoff, der diesen Winter hochkarätige Konzerte - zum Beispiel die Toten Hosen - nach Basel geholt hatte, ist von der Nachricht ernüchtert: «Ich habe mich auch beworben und es ist eine Riesenenttäuschung. Ich habe drei Jahre lang alles gegeben, dabei Erfolg gehabt und wollte noch viele Projekte umsetzen.»

Eymann steht zum Entscheid

Zugunsten Kastls habe gesprochen, dass er durch seine Arbeit bei der Veranstalterin Good News «das Big Business im Konzert- und Eventbereich aus dem Effeff kenne», erklärt Eymann. Darauf angesprochen, dass wegen Kastls Geschäftsgebaren 2008 sogar die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates (GPK) ermittelt hat, sagt er: «Das stimmt. Der Abschlussbericht der Finanzkontrolle Basel-Stadt hat Herrn Kastl ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt.» In der Tat spricht die GPK in ihrem Jahresbericht 2010 ein deutliches Lob aus: «Die Kommission nimmt die positiven Resultate aus den letzten Jahren mit Befriedigung zur Kenntnis.» Kastl selbst bezeichnet das Resultat der damaligen Untersuchung als «fast schon eine Heiligsprechung, nachdem mein Amt so genau untersucht wurde wie kaum je ein anderes.»

Auch die Medienmitteilung des Erziehungsdepartementes, in dem die Wahl Kastls zum neuen Leiter angekündigt wird, lobt ihn vollmundig: Seine Erfahrungen «befähigen ihn in hohem Masse für die Übernahme der Geschäftsführung der St. Jakobshalle.» Seine grösste Herausforderung sieht Kastl darin, die St. Jakobshalle durch die geplante - 86 Millionen Franken teure - Sanierung zu führen und danach neu zu etablieren. Eine Forderung, der sich auch Eymann anschliesst: «Neben dem Daily Business erwarte ich, dass er Kunden dazu gewinnt, dass er die neue Halle in Europa positioniert.» Das will Kastl mit einem «gesunden Mix aus Konzerten, Corporate Events, Sport und so weiter» erreichen.

Widerstand ist möglich

Loris-Melikoff seinerseits wird wohl nicht klaglos verschwinden. Er kündigt an, er werde die schriftliche Begründung des Entscheids abwarten «und dann weitere Schritte prüfen». Gegen die nach internationalen WTO-Regeln erfolgte Vergabe ist ein Rekurs möglich. Das dürfte dann auch Kastls Frage beantworten: «Ich werde an geniale Erfolge anknüpfen und kann mir nicht vorstellen, wer etwas dagegen haben könnte, dass ich diesen Job übernehme.»