Thomas Strahm kommt mit seiner Frau Nicole zum Restaurant Schlipf am Bahnhof Riehen. «Der Kaffeetrinker aus Leidenschaft» bestellt sogleich einen Latte macchiato. Guter Kaffee bedeute für ihn Lebensqualität. Und diese wird bei ihm gross geschrieben – sei es beim Essen, beim Reisen oder auch bezogen auf seinen Wohnort Riehen. Die Menge ist dabei sekundär. «Wir bereisen nicht alle Destinationen, im Gegenteil. Wir fühlen uns an zwei Orten ganz besonders wohl.» Neben Riehen ist dies das Tessin. In der Ferienwohnung in Brissago mit Blick über den Lago Maggiore geniesst der Gross- und Einwohnerrat der LDP insbesondere den vorgezogenen Frühling und den ausgedehnten Herbst.

«Man befindet sich in der Schweiz, ist aber durch Palmen und Wetter in einer ganz anderen Welt», schwärmt Strahm. «Ich liebe den Frühling. Er ist stets ein Zeichen, dass etwas Neues, Junges erwacht.»

Fairness, Wahrheit und Realität

Aber noch immer am wohlsten fühlt sich Thomas Strahm in Riehen, wo er aufgewachsen ist und zur Schule ging. Er will künftig als Gemeindepräsident ein kräftiges Wörtchen mitreden, wohin es mit der Gemeinde gehen soll. Die zwei Wochen Tessin-Ferien über Weihnachten fielen dem Wahlkampf zum Opfer. Doch auch diese anstrengende Zeit weiss Strahm zu geniessen. «Der Wahlkampf selber belastet mich nicht. Es belastet mich nur, was momentan dabei teilweise abgeht.» Er sei keiner, der auf den Mann beziehungsweise auf die Frau spielt. «Für mich sind Fairness, Wahrheit und Realität wichtig. Alles andere ist Taktieren und Opportunismus; und das verabscheue ich.» Bereut habe er den harten Alleingang bisher zu keinem Zeitpunkt. «Ich wollte eben nicht aus taktisch-opportunistischen Gründen ein Zweckbündnis mitmachen, das nicht nachhaltig ist.»

Spaziergänge als Ausgleich

Thomas Strahm kann gegenüber dem parteilosen Kandidaten der bürgerlichen Allianz Hansjörg Wilde vor allem mit seiner politischen Erfahrung und seiner damit verbundenen Dossierfestigkeit punkten. «Ein Exekutivamt ist stets eine Frage der Führung und der Einschätzung der Situation. Man muss das Ohr vor Ort haben, und das habe ich.» Dass Thomas Strahm inner- und ausserhalb Riehens sehr gut vernetzt ist, kann niemand bezweifeln. Neben seinen politischen Ämtern ist er Vizepräsident des Bürgerrats und Präsident der Riehener Bürgerkorporation, welche seit Jahren den Riehener Banntag organisiert. Wenn er die Veranstaltungen der Vereine besucht, tue er dies nicht als Politiker und aus Kalkül, sondern als Privatmann, der am Leben in Riehen teilnimmt und einer von ihnen ist.

Würde er als Gemeinderat oder sogar als Gemeindepräsident gewählt, müsste er einen Teil seiner Ämter überdenken. Sein Arbeitgeber, die UBS, wo er als Berater von Firmenkunden viel mit Menschen zu tun hat, unterstützt alle Mitarbeiter, die ein politisches Mandat ausüben. Auch privat müsste Strahm zurückstecken. Dazu gehören seine Spaziergänge im Grünen oder im Dorf. Dabei verarbeitet er das Erlebte und kann Geist und Körper herunterfahren. «Dies ist für mich ein wichtiger Ausgleich.»

Bessere öV-Anschlüsse

Zuletzt wurde Thomas Strahm immer wieder das Attribut «Brückenbauer» angeheftet. Dies hört er selber aber gar nicht gerne. «Ich will Fundamente und Brückenpfeiler bauen, dann kann man darauf die Brücken schliessen.» Eine Brücke sei da, um Hürden zu überwinden. «Und ich sehe nicht die Hürden, sondern die Lösungen.» Er wolle in Riehen Nägel einschlagen; für Junge, Senioren und Familien. «Alle sollen sich in Riehen wohlfühlen können. Dann ist es auch der Gemeinde wohl.» Optimierungsbedarf sieht er unter anderem bei der öV-Erschliessung, wie das Beispiel der schlechten Busverbindungen im Niederholzquartier gezeigt habe. «Da wäre ich mit meinen engen Verbindungen zum Kanton die optimale Besetzung, um so etwas womöglich zu verhindern», ist Strahm überzeugt.

Tolerant und konsequent

Zuhause bei Strahms wird viel über Politik gesprochen. Durch seine 21-jährige Tochter Adrienne hat er stets den Draht zur Jugend. Seine Ehefrau Nicole schätzt an Thomas seine Ausgeglichenheit, die auf andere ausstrahlen würde. «Er hat eine irrsinnig hohe Toleranzgrenze, hat ein sehr grosses Herz», schwärmt sie in den höchsten Tönen. Sie lobt auch seine Konsequenz. «Er hat eine klare Linie und ist stets ehrlich.» Es gehe lange, bis man Thomas Strahm wirklich kennt, weiss seine Frau. «Und es geht lange, bis man das Vertrauen von ihm hat. Aber wenn man es mal hat, dann hat man es für immer.» Nun wünscht sich Thomas Strahm das Vertrauen der Bevölkerung.