Kontrollen und Alkoholverbot
Thuner Behörden ziehen für FC Basel-Fans die Schraube an

Wer kommenden Sonntag beim Fussballspiel Thun gegen Basel in der Stockhorn Arena den Gästesektor besucht, muss mit strengeren Kontrollen rechnen. Zudem verhängen die Thuner Verantwortlichen für den Gästesektor ein Alkoholverbot.

Benjamin Rosch
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Szenen wie solche aus dem letzten Spiel der Basler in Thun haben offenbar den Verein dazu bewogen, die Sicherheitsmassnahmen für das Spiel am Sonntag zu verschärfen.

Szenen wie solche aus dem letzten Spiel der Basler in Thun haben offenbar den Verein dazu bewogen, die Sicherheitsmassnahmen für das Spiel am Sonntag zu verschärfen.

Keystone

«Als die FCB-Fans zum letzten Mal bei uns zu Gast waren, zündeten sie während des Spiels 78 Pyros. Das sind wir uns nicht gewöhnt», sagt Markus Lüthi, Präsident des FC Thun. Das Abbrennen von Pyros fällt in der Schweiz unter das Sprengstoffgesetz. Zu Vandalismus sei es nicht gekommen, sagt Lüthi.

Der Club und der für die Sicherheit zuständige Gemeinderat Peter Siegenthaler möchten Szenen wie am 6. Dezember 2015 nicht mehr tolerieren und ziehen auf das nächste Heimspiel der Thuner gegen den FC Basel die Schrauben an: «Im Gästesektor werden die Eingangskontrollen verstärkt. Gleichzeitig wird im Gästesektor kein Alkohol ausgeschenkt», heisst es in einer gestern Vormittag auf der Vereins-Website publizierten Mitteilung. Das Spiel findet am kommenden Sonntag statt, Anpfiff ist um 13.45 Uhr. Bislang hätten die Einlasskontrollen nur stichprobenartig stattgefunden, deren Qualität wolle man nun erhöhen.

Lüthi legt Wert auf die Aussage, dass die verschärften Massnahmen nicht als Drohung aufgefasst werden sollen. Auch sollen die Wartezeiten für die mitgereisten Basler vor der Stockhorn-Arena in Thun möglichst gering gehalten werden. «Wir wollen keine abschreckende Kulisse aufbauen, sondern uns als gute Gastgeber erweisen. Allerdings soll es diese Menge an Pyros nicht mehr geben», sagt Lüthi.

Die Auflagen kommen von den Behörden. Dies ist möglich, weil der Kanton Bern Mitglied im Hooligan-Konkordat ist. «Fans können die Auflagen rund um ein Fussballspiel nach wie vor mitsteuern. Wer sich korrekt verhält, muss keine Einschränkungen befürchten», sagt Markus Lüthi.

Basel geht anderen Weg

Philippe Guggisberg, Sprecher der Swiss Football League (SFL), sagt: «Vor jedem Spiel findet eine gemeinsame Risikobeurteilung durch Behörden, Klubs und Liga statt, das ist ein Standardvorgehen.»

Auch in Basel verzichteten die Veranstalter in der Vergangenheit mehrfach darauf, Alkohol auszuschenken. In letzter Zeit hat der Verein zusammen mit der Polizei hingegen die Regeln eher gelockert.

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