Gastro

Tibits, Starbucks, Sutter, Vito oder Boo — Gastroketten sind in Basel auf dem Vormarsch

989  Gastrobetriebe zählt der Wirteverband aktuell in Basel-Stadt. (Themenbild)

989 Gastrobetriebe zählt der Wirteverband aktuell in Basel-Stadt. (Themenbild)

Die Zahl der Gruppenbetriebe ist seit 2009 um 43 Prozent gewachsen, schreibt der Wirteverband. Im Oktober 2019 wurden im Kanton Basel-Stadt 989 Gastrobetriebe gezählt, wie die jüngste Erhebung des Verbands ergeben hat – im Unterschied zum Kanton zählt er auch Buvetten und Bäckereien mit.

Sie prägen zunehmend das Stadtbild: Restaurants von Ketten und Gruppen, internationale und nationale Namen wie Tibits, Starbucks, Dean & David, aber auch regionale wie Mister Wong, Sutter, Vito, Za Zaa oder Boo. Jeder zweite Umsatzfranken wird heute von einem Kettenbetrieb erzielt, schreibt Maurus Ebneter, Präsident des Basler Wirteverbands, in der aktuellen Ausgabe der Hauszeitung baizer.ch. Dazu gehören auch die Ableger lokaler Gastronomiegruppen wie Parterre, Rhyschänzli oder Wyniger, die meist unter anderen Namen wie etwa Union (Rhyschänzli), Ufer7 (Wyniger) oder Rialto (Parterre) geführt werden.

Im Oktober 2019 wurden im Kanton Basel-Stadt 989 Gastrobetriebe gezählt, wie die jüngste Erhebung des Verbands ergeben hat – im Unterschied zum Kanton zählt er auch Buvetten und Bäckereien mit. Das sind 121 Betriebe mehr als noch vor zehn Jahren.

Von Beizensterben kann also nicht die Rede sein. «Die Szene lebt», sagt Ebneter auf Anfrage. Es gäbe sehr wohl Schliessungen, aber auch immer wieder Neueröffnungen, auch von Individualgastronomen.

Individualgastronomie büsst an Terrain ein

Dabei sind die Ketten und Gruppen auf dem Vormarsch. Von den 989 Betrieben in Basel gehören heute rund 30 Prozent zu einem Unternehmen mit zwei oder mehr Betriebsstandorten; zwölf Prozent davon werden in einem Markensystem wie McDonalds, Nooch oder Vapiano geführt. Die meisten von ihnen sind im Bereich der Schnellverpflegung tätig.

Die Individualgastronomen befinden sich also noch deutlich in der Überzahl. Wenn man sich indes das Wachstum der Ketten zu Gemüte führt, ist klar, dass die «Einzelmasken» in den kommenden Jahren an Terrain einbüssen werden. Während die Zahl aller Restaurants seit 2009 um 14 Prozent zugenommen hat, ist jene der Gruppen um 43 Prozent gewachsen. «Es ist schwierig, eine Prognose darüber abzugeben, ob es derart rasant weiter geht», sagt Ebneter. Aber da die Gastronomie in den Schweizer Grossstädten allgemein auf angelsächsische Verhältnisse zusteuere, könne man davon ausgehen, dass sich das Wachstum nicht verlangsamen werde und die Markengastronomie weiter an Marktanteilen zugewinnen würde.

Dass die Individualgastronomen, die «nur» ein Restaurant führen, an Terrain einbüssen werden, darf auch wörtlich verstanden werden. Laut Ebneter werden diese zunehmend in Nischen gedrängt: Entweder in kleinere Lokale oder dann gleich in die Quartiere der Stadt. Die Ketten- und Gruppengastronomie sucht und findet derweil ihre Plätze in erster Linie in der Innenstadt an stark frequentierten Orten, und ist dank Querfinanzierung auch imstande, die dort hochdotierten Mietpreise zu bezahlen. Allerdings ist der Platz in Basel knapp, es gibt viele prominente Namen, die schon länger auf Standortsuche sind. Etwa die Gastrokette Hitzberger, die zur Migros gehört. Im Mai wurde die Filiale am Aeschenplatz wegen zu wenig Frequenz geschlossen, mit dem Ziel, so rasch als möglich an attraktiverer Lage wiederzueröffnen. Bis heute hat sich aber nichts getan.

Die Marken- und Gruppengastronomie befand sich in Basel lange in den Kinderschuhen. Noch in den 1960er- und 1970er-Jahren scheiterten Konzepte wie «Wimpy» oder «Wienerwald». Die Filialisierung kam erst ab 1995 in Fahrt, schreibt der Wirteverband weiter.

Meistgesehen

Artboard 1