Zwischen 65 und 85 Franken kosteten die Tageseintritte fürs 5. Summerstage-Festival am vergangenen Wochenende im Park im Grünen in Münchenstein. Dieses Geld hätten sich Konzertbesucher mit betrügerischen Absichten sparen können, denn bei einem der zwei Eingänge wurden die mit einem Strichcode versehenen Tickets nicht eingescannt, sondern lediglich von den Mitarbeitern zerrissen, wie Summerstage-Festivalleiter Thomas Dürr auf Anfrage bestätigt. «Es wäre technisch zu aufwendig gewesen, die Scanner von Haupt- und Nebeneingang zu synchronisieren und wir haben auf die Ehrlichkeit der Zuschauer vertraut.» Bezüglich Sicherheit habe dieses Vorgehen keine Auswirkungen gehabt, weil das Gelände auch für weit höhere Zuschauerzahlen gross genug wäre. «Wir werden aber schauen, dass wir im nächsten Jahr eine zuverlässigere Lösung finden», sagt Dürr.

Verantwortung bei Organisatoren

Fakt ist: Die Einlasskontrolle für selbstausgedruckte E-Tickets basiert ohne Scanner auf keinerlei weiteren Kontrollmechanismen, bestätigt die Firma Ticketcorner, die die Geräte betreibt. Allerdings sei Ticketcorner bei Summerstage nicht für den Betrieb der Scanner verantwortlich, sagt Sprecher Stefan Epli. «Die Eingangs-Lesegeräte werden von Ticketcorner geliefert und gewartet, der Einsatz dieser Scanner liegt in der alleinigen Kompetenz des Veranstalters.» Nur bei sehr grossen Veranstaltungen wie zum Beispiel Open Airs in Stadions sei Ticketcorner auch mit eigenem Einlass-Personal vor Ort.

Dass die Tickets nicht an allen Eingängen gescannt wurden, ist auch etlichen Konzertbesuchern aufgefallen. «Ich habe mein Ticket online bestellt und zu Hause ausgedruckt – da hätte ich ja gleich mehrere Ausdrucke machen können», sagt eine Besucherin des Max-Herre-Konzerts vom Donnerstagabend, die anonym bleiben möchte. Andere Konzertbesucher sagen, dass der Gratis-Einlass sogar noch einfacher möglich gewesen wäre: Weil die elektronischen Konzert-Tickets für das von Migros gesponserte Summerstage-Festival auch auf die Cumulus-Karte geladen werden konnten, habe es beim scannerlosen Eingang gereicht, seine Cumulus-Karte vorzuzeigen und zu behaupten, dass darauf bis zu vier Tickets gespeichert seien.