Im Kampf gegen den Abfall in den Trams und Bussen kündigen die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) eine neue Massnahme an: So sollen die Ticketbehälter bei den Türen, die von Scherzkeksen oft zur Entsorgung von Dürüm-Rollen missbraucht werden, längerfristig verschwinden. Der Entscheid, sie flächendeckend zu entfernen, sei zwar noch nicht gefallen, präzisiert BVB-Sprecherin Dagmar Jenny. Vorerst werden bei Revisionen der modernen Combinos die länglichen Behälter testmässig herausgeschraubt. In die neuen Tangos des Partnerbetriebs Baselland Transport (BLT) wurden sie gar nicht eingebaut.

Menschen befördern – nicht Abfall

Die BVB begründen den neusten Schritt mit der jüngsten Kundenumfrage zum Thema Sauberkeit. Dabei gab fast die Hälfte der Tram- und Busbenutzer an, dass die Abfallbehälter in den Fahrzeugen nicht fehlen würden. Hingegen nerven sich viele ob der überfüllten Ticket-Kübel, die kaum mehr für Tickets nötig sind.

Die Massnahme hat auch betriebliche Gründe: «Wir wollen Menschen und nicht Abfall transportieren», meint Jenny. Sie glaubt, dass sich so die Abfallmengen, die in den Fahrzeugen anfallen, reduzieren lassen. Bei der Streckenreinigung an den Endhaltestellen könnten die Wagenführer ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge als die Kübeli richten. «Dadurch werden die Fahrzeuge tendenziell sauberer.»

Im Rahmen der ein bis zweimal pro Jahr durchgeführten Grundreinigungen testen die BVB zudem schmutzabweisende Materialien, die die Böden versiegeln. Derzeit geben die BVB zwischen drei und vier Millionen Franken fürs Saubermachen von Fahrzeugen und Haltestellen aus. Die Umfrage hat einigen Optimierungsbedarf ans Tageslicht gebracht. «Mehr Geld für die Reinigung ausgeben können wir aber nicht», stellt Jenny klar. Deshalb sollen die zur Verfügung stehenden Ressourcen noch konsequenter dort eingesetzt werden, wo sie nötig sind.

Ess- und Trinkverbot war richtig

Doch wo ist das? Laut Jenny soll vor allem dort «Nulltoleranz gelten, wo es klebt und riecht.» Getränkespuren am Boden oder ein angebissener Apfel wurden in der Umfrage als abstossend empfunden. Daraus folgern die BVB, dass sie mit dem Ess- und Trinkverbot richtig lagen. Laut Umfrage stören einzelne, wie aus Versehen liegen gelassene Gegenstände – ein einziges Taschentuch oder eine sorgfältig gefaltete Zeitung – viel weniger als gehäuft auftretende Fremdkörper. Interessant: 70 Prozent der Befragten nehmen alte Trams und Busse nicht per se als schmutziger wahr als neue.

Schwarz auf weiss haben die BVB zudem den Befund: Die Toleranz gegenüber Verschmutzungen und mutwilligen Zerstörungen nimmt mit dem Alter ab. Auch reagieren Frauen sensibler als Männer. Die BVB haben im Juni 500 Kunden zum Thema Sicherheit mittels Bildern von Verschmutzungssituationen befragt. Zur Verfeinerung sandten zudem 80 Freiwillige einen Fragebogen zu.