Der Basler Bahnhof SBB sei die gefährlichste Haltestelle der Schweiz, titelte die «Sonntagszeitung» vor zwei Wochen. Dazu hat die Zeitung sämtliche Unfalldaten öffentlicher Verkehrsmittel seit 2010 ausgewertet. Die umfangreiche Unfalldatenbank des Bundesamtes für Verkehr zeigt aber auch: Die Verletzungen von Menschen, die von Basler Trams an- oder überfahren werden, sind immer weniger gravierend. Von den 58 Personen, die in den letzten drei Jahren von BVB und BLT-Trams an- oder überfahren wurden, kamen 43 mit leichten Verletzungen davon. 25 Prozent verletzten sich schwer, Tote waren keine zu beklagen. In den drei Jahren von 2010 bis 2012 hingegen ereigneten sich zwar weniger Vorfälle (47), der Anteil Schwerverletzter betrug jedoch 50 Prozent und zwei Menschen verloren ihr Leben.

Benjamin Schmid, Sprecher der BVB, sagt: «Die Sicherheit geniesst bei der Schulung unserer Chauffeure wie auch bei unseren Fahrzeugen höchste Priorität. Die Front der Flexity-Trams ist so konzipiert, dass Personen oder Gegenstände eher abprallen, statt unter das Fahrzeug zu geraten.» Der Unterbau der Tramtypen Combino und Flexity sei aufgrund neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse und in Zusammenarbeit mit dem Hersteller sicherer gestaltet worden. «Die Ausgestaltung des sogenannten ‹Überlebensraums› unter der Fahrzeugfront verhindert einen direkten Kontakt mit den Rädern, scharfen Stellen oder harten Elementen.»

Das sind die gefährlichsten Haltestellen Basels

BLT mit «gefährlichen» Routen

Auch die BLT verweist auf die zusätzlichen Sicherheitselemente ihrer Tango-Trams. «Die speziell konstruierte Fahrzeugfront dieser Trams sorgt dafür, dass Fussgänger oder Velofahrer bei einer Kollision weggespickt und nicht überfahren werden», sagt Alfred Schödler, Leiter Betrieb und Technik. Dass die Anzahl Unfälle trotzdem nicht abnehme, habe hingegen mit der allgemeinen Verkehrszunahme zu tun.

Seit 2010 haben sich auf den Tramschienen der Region insgesamt 122 Unfälle mit Verletzungsfolgen ereignet. Diese Zahl scheint zunächst hoch, pro Million gefahrener Tram-Kilometer sind das jedoch bei der BVB 1,5 Unfälle, bei der BLT beträgt der Wert 1,9 solcher Unfälle pro Million Kurskilometer. Die Verkehrsunternehmen wollten diesen Unterschied nicht kommentieren, dafür sei die Liniencharakteristik zu unterschiedlich. Fakt ist: Von den 54 Unfällen mit verletzten Personen der BLT ereigneten sich 27 auf Stadtgebiet. Vier der zehn Unfälle beim Bahnhof SBB wurden von BLT-Trams verursacht. Die BLT befährt mit dem 10er, 11er und 17er allerdings auch die gefährlichsten Routen der Stadt – vom Bahnhof über den Aeschenplatz durch die Innenstadt. Entlang der Tramgleise im Baselbiet zeigt die Auswertung keine besonders gefährlichen Punkte: Je zwei An- oder Überfahrunfälle seit 2010 ereigneten sich an den Stationen Bottmingermühle und Bottmingen Station, Reinacherhof und Münchenstein Spengler.