Mit dem Frühling erwacht der Tierpark Lange Erlen zum Leben: Die Störche klappern von den Bäumen, die Ringelnatter erwacht aus ihrer Winterstarre und die Zicklein schusseln auf ihren wackeligen Beinen durchs Gehege.

Nicht nur das milde Wetter sorgt für Frühlingsgefühle. Gute Aussichten bieten auch der geplante Neubau der Betriebsanlagen und der Artentausch. Der Tierpark will sich mit den moderneren Gehegen, neuer Infrastruktur und konsequenter Ausrichtung auf hiesige Fauna stärker als Park für heimische Tierarten positionieren. Der erste Schritt der Erneuerung erfolgte bereits im vergangenen Jahr mit der Eröffnung des «Hide-Pavillons».

Das Holzhäuschen heisst «Hide», weil sich die Tiere in den Terrarien vor den Augen des Betrachters verbergen. Wer die Tiere sehen will, muss zweimal hinschauen, bis er die Zwergmäuse wuseln und die Laubfrösche wie Kaugummi am Schilf kleben sieht.

Neue Gebäude

Die nächste Etappe der Erneuerung ist der Neubau des Gehöfts, wie der Verein am Montag mitteilte. Geplant sind neue Gebäude für Tiermedizin, Futterlagerung, eine Werkstatt sowie ein Stall für Wisente – eine Art europäische Bisons, die bis zur Jahrhundertwende auch hierzulande heimisch waren. Die Bisons beerben das Gehege der Wapiti – einer amerikanischen Version des Rothirsches – die im neuen Konzept keinen Platz mehr finden.

Dem Neubau müssen auch die Holzscheune aus den 20er-Jahren und zwei weitere Gebäude weichen. Das Baugesuch wurde im Februar eingereicht und sollte bis im Sommer genehmigt sein, wie Geschäftsführer Edwin Tschopp sagte. Dank der Zusagen von Stiftungen sei die Finanzierung der Gebäude im Trockenen. Für den Neubau des Wisentstalls werde aber noch nach Spendern gesucht.

Auch der Ausbau des Veloweges schreitet planmässig voran. Die neue Route führt zwischen dem Park und dem Wiesendamm entlang. Obwohl der Bau erst für September 2014 vorgesehen ist, wurden die Bäume schon im Februar gefällt – zum Schutz der im Frühling brütenden Vögel.

Eine Baustelle der anderen Art ist die Finanzlage. 2013 resultierte ein happiger Verlust von knapp 100 000 Franken. Das Minus sei nicht auf Misswirtschaft zurückzuführen, wie der Präsident Carlos Methner betonte. Die Finanzen rutschten in die roten Zahlen, weil die Pensionskasse Basel-Stadt eine Nachforderung für Unterdeckung von 128 000 Franken in Rechnung stellte.

Zwar habe man schon vor drei Jahren Rückstellungen gebildet, diese reichten aber nicht aus. Der Verein hat schon vor Jahren zu einer privaten Kasse gewechselt, die Kosten verursachen aber ein paar Altversicherte, bei der Pensionskasse der Stadt. Der Parkleitung seien die Hände gebunden und man müsse die Situation aussitzen. Ob es in den kommenden Jahren zu weiteren Nachzahlungen kommen wird, konnte Methner nicht sagen. Ohne diese Anpassungen hätte ein Gewinn resultiert.