Noch ist kein Kubikmillimeter Erde bewegt worden für das Basler Ozeanium, und schon stehen die Kritiker auf der Matte. Am Montag stellt der Zolli seine genaueren Pläne für das Grossaquarium an der Heuwaage vor, das den nächsten Entwicklungsschritt für den Zolli bringen soll.

Und bereits für am Dienstag lädt die Fondation Franz Weber zu einer Medienkonferenz in Basel, an der sie den Journalisten erklären möchte, «warum Meeresaquarien weder zeitgemäss und nachhaltig sind, noch effektiv zum Schutz der Ozeane beitragen».

Mit ihrer generellen Ablehnung von Grossaquarien steht die Fondation selbst unter Tierschutzorganisationen ziemlich isoliert da. Letzte Woche wurde in Lausanne der Grundstein für einen riesigen Komplex mit Hotel, Kongresszentrum und einem Grossaquarium gelegt. Dahinter steht neben der BOAS-Gruppe des Schweizer Unternehmers Bernard Russi und der Fondation Aquatis, die sich mit Fragen des Gewässerschutzes befasst, auch der WWF Schweiz.

So soll die Lausanner Variante des Ozeaniums aussehen: Das Aquatis entsteht neben einem Hotel mit Kongresszentrum.

So soll die Lausanner Variante des Ozeaniums aussehen: Das Aquatis entsteht neben einem Hotel mit Kongresszentrum.

Tierschutz im Aquarium

Die weltweit operierende Tier- und Umweltschutzorganisation hat nicht nur kein Problem mit dem Aquarium, sondern unterstützt sogar den Bau eines solchen. «Wir legen heute nicht nur den Grundstein für ein Aquarium, sondern für ein echtes Wissenschafts- und Kulturprojekt zur Sensibilisierung für Umweltfragen», betonte der Museologe Michel Etter am Anlass in Lausanne.

Darin dürfte auch der Ansatz des Aquatis liegen, mit dem es den Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt. Die 10’000 Lebewesen in den 56 Becken des Zentrums sollen vor allem auch der Erforschung und der Erklärung der verschiedensten Unterwasserwelten der Erde dienen. Und so die Menschen dazu anregen, mehr für ihren Schutz zu tun.

Dieses Anliegen brachte den Initianten neben dem WWF, dem Wissenschaftsmuseum von Barcelona und dem Aquarium von La Rochelle (F) auch noch einen weiteren der Tierquälerei unverdächtigen Partner ins Boot: die Hilfsorganisation Helvetas. Ihr geht es vor allem darum, das Wissen um die Wichtigkeit der Wasserwelten auch für die Menschen in südlichen Ländern zu fördern.

Tue Gutes und rede darüber

Der Zolli wäre wohl gut beraten, er würde bei der Kommunikation seines Grossaquariums ebenso verstärkt auf Forschung und Erziehung setzen. Die Lausanner Konkurrenz macht vor, wie man sich auf erwartete 320’000 Besucher pro Jahr freuen kann, ohne die Tierschutzorganisationen vor der Türe zu haben.