Die Vorwürfe des Tierschutzbundes (TSB) sind happig: Die GVFI soll wissentlich von einem argentinischen Schlachthof Pferdefleisch beziehen, in dem bis zu 50 Prozent der Tiere, die geschlachtet werden, zuvor gestohlen wurden.

Der Tierschutzbund belegt die Anschuldigungen mit Videos und einem 50seitigen Bericht. Die Infromationen beruhten auf Recherchen, die die Tierschützer vor Ort angefertigt hätten, so der TSB. 

(Quelle: youtube.com)

Hehlerware: Pferdefleisch aus Argentinien

Der Tierschutzbund hat den Fleischimporteur deswegen angezeigt. Und zwar wegen Verdachts auf Hehlerei, auf Verleumdung, Verstoss gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb und gegen Lebensmittelgesetze. Die Anzeige ist bei der Staatsanwaltschaft in Basel eingetroffen, wie diese bestätigt.

Der Tierschutzbund hatte die GVFI zuvor nach eigenen Angaben aufgefordert, den Import zu stoppen. GVFI hatte solches bereits im Februar und März dieses Jahres getan, nachdem der «Kassensturz» von importiertem Fleisch aus Quälzucht berichtet hatte.

Seit Sommer importieren die Basler wieder Pferdefleisch aus Argentinen. Sie importieren laut Tierschutzbund aber auch noch aus vier weiteren Ländern, in denen die Fleischproduktion nicht schweizerischen und europäischen Standards entsprich

Es geht dabei um 5000 Tonnen Fleisch. Fast 50 Prozent davon, nämlich rund 2400 Tonnen, ist Pferdefleisch aus Argentinien, Uruguay, Kanada, Mexiko und den USA. Das Fleisch wird in Form von Steaks, Entrecôtes und Filets eingeführt wird.

Der beklagte Basler Feischhändler weist die Anschuldigungen weit von sich. Sie seien gegenstandslos, teilt er schriftlich mit. «Die GVFI hat die Rückverfolgbarkeit im Griff und importiert kein gestohlenes Fleisch in die Schweiz.»