Tierwelt
Seltener Nachwuchs: Im Zolli Basel gibt es nach sieben Jahren wieder junge Stierkopfhaie

Das lange Warten hat sich gelohnt: Gleich zwei Jungtiere wachsen derzeit hinter den Kulissen heran. Gleichzeitig treffen zwei Kalifornische Schwellhaie im Zoo Basel ein.

Larissa Gassmann
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Eine Seltenheit: Ein junger Stierkopfhai im Zoo Basel.

Eine Seltenheit: Ein junger Stierkopfhai im Zoo Basel.

Zoo Basel

Seit 2014 musste der Zoo Basel auf neuen Nachwuchs bei den Kalifornischen Stierkopfhaien warten. Nun sind gleich zwei Tiere geschlüpft – bei beiden sind die Umstände speziell.

So erblickte am 15. März ein Weibchen das Licht der Welt, wie der Zoo Basel in einer Medienmitteilung schreibt. Bei der neunjährigen Mutter handelt es sich um Tier, das bisher noch nicht für Nachwuchs gesorgt hatte. Mit einer Länge von fast 14 Zentimetern wird das junge Weibchen zudem als «recht grosses» Exemplar bezeichnet.

Schon zuvor schlüpfte im Oktober des vergangenen Jahres ein männliches Jungtier, das derzeit im Aufzuchtbecken hinter den Kulissen des Vivariums heranwächst. Die Mutter, die zuvor mehrmals erfolgreich gezüchtet hatte, verstarb aber bereits im Frühling. Sie hinterliess kurz vor ihrem Tod ein Ei, aus dem nach etwa sieben Monaten das erwähnte Jungtier schlüpfte. Bewundert werden kann der Nachwuchs noch aber nicht: So ist das Vivarium derzeit für das Publikum geschlossen.

Wie viele Exemplare es noch gibt, ist nicht bekannt

Die kleine Hai-Art aus dem aus den Küstengebieten von Kalifornien und der Halbinsel Baja California ist bodenlebend und primär in der Nacht aktiv. Speziell ist ihre Ortstreue: Einzelne Tiere wurden nach über zehn Jahren an genau der gleichen Stelle wiedergefunden. Die Reviergrösse beträgt in den meisten Fällen nur maximal 1000 Quadratmeter.

In Europa werden ungefähr 45 Tiere in zwölf Zoos aufgelistet. Geführt wird das Zuchtprogramm in Amsterdam. Wie viele Exemplare es in der Natur noch gibt, ist nicht bekannt. Klar ist aber: Auf der Roten Liste ist kein Gefährdungsgrad beschrieben.

Nachwuchs ohne Vater

Ebenfalls erfreuliche Nachrichten gibt es bei den Kalifornischen Schwellhaien. So wurden zwei 2018 im Zoo Leipzig geschlüpfte Exemplare nach Basel überführt. Auch hier sind die Umstände der Zeugung kurios: Da die Mutter der beiden Weibchen seit 2001 alleine lebt, ist die Rede ist von «parthenogenetisch» entstandenen Tieren.

Dabei handelt es sich um die sogenannte «Jungfernzeugung», bei der aus unbefruchteten Eiern Jungtiere heranwachsen. Erstmals wurde ein solcher Fall unter Haien 2001 im amerikanischen Omaha Zoo nachgewiesen. Seither wurde dies bei vielen Hai-Arten beobachtet. Bei den Kalifornischen Schwellhaien aber wurde zuvor noch keine Parthenogenese festgestellt.

Wie der abgebildete Stierkopfhai, stammen auch Schwellhaie aus dem gleichen Gebiet.

Wie der abgebildete Stierkopfhai, stammen auch Schwellhaie aus dem gleichen Gebiet.

Zoo Basel

Ausgewachsene Tiere können bis zu einem Meter lang werden. Die Besonderheit aber bildet der Körperumfang der Haie: Dieser kann im Falle einer Bedrohung nahezu verdoppelt werden. So füllt sich der Magen der Tiere dann mit Wasser – daher auch der deutsche Name.

Der Kalifornische Schwellhai stammt aus dem gleichen Verbreitungsgebiet wie die Stierkopfhaie. Obwohl die Art im Freiland nicht gefährdet ist, wird er in Europa nur in vier weiteren Institutionen gepflegt. Dazu gehört auch das Haus des Meeres in Wien. Von dort aus wurden die Basler Exemplare in die Schweiz überführt.