Botanischer Garten

Titanwurz vollzieht einen Umzug auf besondere Art

Blüht bald in Kerzers: Titanwurz.

Blüht bald in Kerzers: Titanwurz.

Die Titanwurz muss wegen des Umbaus des Tropenhauses umziehen. In Kerzers hofft man, dass die Blume auch im Papiliorama blühen wird.

Über hundert Kilometer muss die grösste Blume des Botanischen Gartens zurücklegen, um ihre neue Heimat zu erreichen. Fünfzig Jahre nach dem Bau des Tropenhauses bietet dieses nicht mehr optimale Bedingungen für die Haltung exotischer Pflanzen, es wird daher im kommenden Jahr saniert. Wegen der Arbeiten muss die Titanwurz, die in Basel bereits drei Mal blühte und mit ihrem Gestank tausende Besucher anlockte, ihr zu Hause verlassen und umziehen. Sie wird ins Papiliorama nach Kerzers im Kanton Freiburg verlegt, da dieses «die optimalen Bedingungen, nämlich viel Platz und Wärme» bietet, wie Bruno Erny, Betriebsleiter des Botanischen Gartens, mitteilt.

Erny muss den Zeitpunkt des Umzugs präzise wählen, da der Transport der Regenwaldpflanze aus Sumatra nur in deren Ruhephase möglich ist. Denn in dieser Zeit verfügt sie weder über Wurzeln noch Blüten, sondern besteht nur aus einer Knolle, die «wie eine grosse Kartoffel» aussieht, so Erny. Eine solche Ruhephase tritt nur alle zwei Jahre ein und dauert jeweils zwei Monate an. Da sich die Pflanze gegenwärtig in einer solchen befindet, startet der Umzug am kommenden Mittwoch, 21. September.

Dabei wird die 60 Kilo schwere Blume aus ihrem Topf ausgegraben und in eine gepolsterte Kiste gepackt. Danach fahren die Gärtner sowohl die Kiste, als auch den geleerten Topf, der ein Volumen von tausend Litern fasst, in einem VW–Bus von Basel nach Kerzers. Vor Ort wird der Topf neu befüllt, die Knolle wieder vergraben.

Nicht die erste lange Reise

Es ist nicht der erste Umzug der Titanwurz. Im Jahre 2009 wurde sie auf dieselbe Art und Weise von Bonn nach Basel gebracht, wo sie sieben Jahre im Botanischen Garten der Universität Basel verbrachte. Das Papiliorama hofft nun, dass die Blume auch diesen Umzug gut überstehen und in Kerzers spriessen wird. Die Gärtner des Papilioramas freuen sich bereits auf die Betreuung der Titanwurz, und empfinden es «als eine grosse Ehre, eine solche Rarität zeigen zu können», wie Michael Känel, Gärtner im Papiliorama, verkündet. Voraussichtlich wird die Blume gegen Ende des Jahres wieder aufblühen und mit ihrem Gestank und ihrer Seltenheit viele Besucher anlocken.

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