Tarifverbund

TNW-Automaten spucken schon bald auch SBB-Tickets aus

Bald können an den TNW-Automaten nicht nur Einzeltickets für Zonen im TNW, sondern auch solche für Städte in der ganzen Schweiz gelöst werden.

Bald können an den TNW-Automaten nicht nur Einzeltickets für Zonen im TNW, sondern auch solche für Städte in der ganzen Schweiz gelöst werden.

Der Kundenservice beim Tarifverbund soll besser werden. Neu soll es möglich sein, an den Automaten des Norwestschweizerischen Tarifverbundes auch SBB-Tickets zu lösen. Und ab Sommer 2014 können U-Abos jetzt auch mitten im Monat gekauft werden.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Reise von - sagen wir - Binningen nach Brig unternimmt, muss heute an einem Automaten des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) ein Billett bis zum Bahnhof SBB lösen und dort am Schalter oder SBB-Automaten das Anschlussticket nach Brig kaufen. Ein zeitraubendes Prozedere.

Nun will der TNW den Kundenservice verbessern und es den ÖV-Fahrgästen künftig ermöglichen, an den 600 Automaten im TNW-Gebiet bereits das SBB-Ticket zu kaufen. Noch-TNW-Geschäftsführer und BLT-Chef Andreas Büttiker bestätigt entsprechende Informationen der bz.

Zum neuen Angebot sollen 220 Schweizer Destinationen ausserhalb des TNW-Gebiets gehören sowie City-Tickets, welche die Weiterfahrt in städtischen Kernzonen ermöglichen.

Allerdings verzichtet der TNW darauf, Tickets einzubeziehen, in die weitere Transportunternehmen involviert sind: «Ein Ticket aufs Jungfraujoch wird es am TNW-Automaten auch in Zukunft nicht geben», präzisiert Büttiker. Dies auch deshalb, um Warteschlagen an den TNW-Automaten wegen komplizierter Tickets zu verhindern. In Kraft treten soll diese Neuerung laut Büttiker im Spätsommer 2014.

70 % zahlen per Einzahlungsschein

Ebenfalls auf diesen Termin will der TNW eine zweite - inhaltlich von der ersten unabhängigen - Neuerung einführen: das Fliessdatum für das TNW-Flaggschiff, das U-Abo. Künftig ist es demnach möglich, ein U-Abo zum Beispiel ab dem 17. eines Monats bis zum 16. des Folgemonats zu lösen.

Dasselbe gilt für das Jahres-Abo, das etwa auch für die Geltungsdauer August bis Juli erworben werden kann. Andere Tarifverbünde wie der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) oder Bernmobil kennen das Fliessdatum für Abos schon seit Jahren.

Rund 2,1 Millionen Monats- oder umgerechnet 180'000 Jahresabos hat der TNW letztes Jahr verkauft. Davon haben rund 50'000 Personen ihr Abo mithilfe der U-Abo-Card oder der SBB-Grundkarte (Halbtax) gekauft oder verlängert.

Das bedeutet auch: Rund 70 Prozent der TNW-Kunden lösen das Abonnement immer noch per Einzahlungsschein bei den Verkaufsstellen der angeschlossenen Transportunternehmen oder per Post. Beides verursacht dem TNW Umtriebe und Kosten. Büttiker verhehlt nicht, dass die Einführung des Fliessdatums nicht nur dem Kundenwunsch nach mehr Flexibilität entgegenkommt, sondern die Kunden auch dazu motivieren soll, ihre Abos am Automaten zu kaufen oder zu verlängern.

Kein Fliessdatum im Dreiland-ÖV

Wer sein Abo weiterhin mit dem Einzahlungsschein verlängert, muss allerdings auf das Fliessdatum verzichten. «Dies wäre zu kompliziert, da der TNW ja zunächst den Datumswunsch des Kunden aufnehmen müsste, bevor er einen Einzahlungsschein ausstellen könnte», erklärt Büttiker.

Ebenfalls nicht von der Neuerung profitieren können Kunden in der badischen Nachbarschaft oder Personen, die von der Schweiz in die badische Nachbarschaft pendeln. Beim Regioverkehrsverbund Lörrach (RVL) hält man an den Kalendermonaten fest, wie RVL-Geschäftsführer Frank Bäringhausen informiert. Man habe darüber diskutiert, aber wegen der befürchteten Ertragseinbussen darauf verzichtet. Auch auf der französischen Seite hält man bis auf Weiteres an den Kalendermonaten fest.

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) gab derweil gestern eine weitere Neuerung bekannt: So soll an den ZVV-Automaten «ab sofort» das kontaktlose Bezahlen der Tickets mit Kreditkarte möglich sein. Bei Käufen bis zu 40 Franken genügt es, die Karte vor das Funklogo des Terminals zu halten. Ein Pincode ist nicht erforderlich.

Andreas Büttiker bestätigt, dass der TNW diese Neuerung ebenfalls prüft. Es gelte, den damit verbundenen Aufwand wie die technische Aufrüstung der Automaten gegen den Ertrag abzuwägen. «Ein Entscheid ist noch nicht gefallen», sagt Büttiker.

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