Die SBB investieren am Bahnhof Basel. Die Zahl der Personen, welche tagtäglich die Passerelle passieren, hat sich seit der Eröffnung vor zwölf Jahren verdoppelt. In den letzten Jahren wurde versucht, mit verschiedenen Investitionen dem kontinuierlich zunehmenden Personenfluss gerecht zu werden. Nun soll sich grundlegend etwas ändern: Diverse Neubauten sollen die Attraktivität des Gundeldinger Bahnhofseinganges steigern (bz berichtete). 1,2 Milliarden Franken werden investiert. Bis 2025 soll alles fertig sein.

Am 6. Juli haben die Vorbereitungsarbeiten für die erste Etappe begonnen. Doch an alles wurde nicht gedacht. Für die Umsetzung der geplanten Projekte muss als erstes die Meret-Oppenheim-Strasse verschoben werden. Diese stark befahrene Strasse und wichtige Verkehrsader für Pendler, Taxis und Reisebusse, muss weichen. Die grösste Herausforderung dieser Strassenverschiebung betrifft die bestehenden Parkiermöglichkeiten: Der Auto- und Busparkplatz sowie der Velo-Parkplatz, der von zahlreichen Motorradfahrern ebenso genutzt wird. Pendler stellen jeden Morgen ihre Gefährte auf den völlig überfüllten Veloparkplatz unter der Passerelle. Die Motorräder und Scooter stehen immer in Zweierreihen und zusätzlich entlang des Parkplatzes für die Autos. Es herrscht eindeutig ein Platzmangel.

Nur Velos dürfen parkieren

Auch die neue Situation an der Meret-Oppenheim-Strasse ist noch nicht klar ersichtlich. Dass einiges gehen wird, hingegen schon: Rund 20 Baumaschinen und Lastwagen prägen das Bild. Unternehmen wie die Kurierzentrale mussten der Strassenverschiebung weichen, die Gebäude wurden grösstenteils abgerissen.

«Dies schafft den nötigen Raum für die Bauplatzinstallation und die Baustellenanlieferung auf dem SBB-Areal, ohne dass der Verkehrsfluss behindert wird», informierten die SBB in einem Communiqué. Doch dies ist lediglich der erste Schritt. Nach erfolgreicher Umleitung der Strasse kann mit dem Bau des Meret-Oppenheim-Hochhauses begonnen werden.

Die Verschiebung des Velo-Parkplatzes geschieht in zwei Schritten. Zuerst wurde er auf den jetzigen Parkplatz für Autos verlegt, ab nächster Woche nach oben auf den Meret-Oppenheim-Platz. Die Autofahrer werden dagegen gebeten, die umliegenden Parkiermöglichkeiten zu nutzen. Eine andere Lösung wurde nicht gefunden. Zudem steht seit Baubeginn ein Verbotsschild für Motorräder vor der provisorischen Lösung.

Polizei ist nicht zuständig

Trotzdem: Überall stehen Motorräder, auch hinter dem Gitter, welches das alte Veloparking absperrt. Die Situation ist unklar. «Für Motorräder ist kein Provisorium geplant. Wir verweisen mit Absprache der Verkehrspolizei auf die vorhandenen Parkplätze an der Güterstrasse und den umliegenden Strassen um den Bahnhof», sagt Daniele Palleci, Mediensprecher der SBB. Ob dies eine langfristige Lösung bleibt, ist fraglich. Viele Pendler können am Morgen nicht auf ihr Motorrad verzichten. Ausserdem: Jeder, der den Bahnhof Basel kennt, weiss, dass die Parkplätze an der Güterstrasse und den umliegenden Strassen sehr begrenzt sind.

Auf Anfrage bei der Polizei Basel-Stadt hiess es, der provisorische Parkplatz befände sich auf Privatareal der SBB. Die «verbotenerweise» parkierten Gefährte sind folglich nicht Angelegenheit der Polizei, solange sich die SBB nicht über die im Parkverbot stehenden Maschinen beschweren.