«Tofurei»

Tofu-Boom packt Basel: «Tuyu» bringt die Bohne auf den Teller

Jinhee Park Heiber spart die letzten zwei Gläser der Woche für Freunde auf.

Jinhee Park Heiber spart die letzten zwei Gläser der Woche für Freunde auf.

Das Geschäft mit dem Sojaprodukt boomt. Nun will Basels erster Tofubetrieb Tuyu die Region abfallfrei erobern.

Der Tofu-Trend hat die Schweiz in den vergangenen Jahren regelrecht überrannt. So allgegenwärtig das Sojabohnen-Produkt inzwischen zu sein scheint – sein Durchbruch ist noch äusserst jung. Die Grossunternehmen Migros und Coop produzieren erst seit rund fünf Jahren eine eigene Tofumarke. Im Raum Basel ist die «Tofurei» Tuyu sogar die erste ihrer Art und setzt durch und durch auf Nachhaltigkeit.

Glücklicher Zufall: Suche nach lokalen Tofuköchen

Jinhee Park Heiber ist die Gründerin von Tuyu. Die gebürtige Südkoreanerin lebt seit viereinhalb Jahren in der Schweiz und arbeitet eng mit den befreundeten Betreibern des verpackungsfreien Ladens Abfüllerei zusammen. Bei ihrem ersten Besuch kaufte sie dort einige hundert Gramm Sojabohnen und kochte zu Hause Tofu für den Eigenbedarf. Als die Betreiber des Shops erwähnten, nach einem lokalen Tofuproduzenten zu suchen, war für Heiber gleich klar: «Wenn ich die Möglichkeit dazu habe – warum nicht?».

So startete sie das Projekt und stellte in einer Mietküche im St. Jakob die ersten fünf Gläser her. Mittlerweile produziert sie bis zu 35 Portionen pro Woche. Die Nachfrage ist gross: Meist sind sie wöchentlich nach wenigen Tagen ausverkauft und auch der Kleinbasler Anti-Abfall-Laden «Basel Unverpackt» zeigt Interesse. Doch die Kapazität ist erschöpft. Deshalb startete Heiber vor rund einer Woche eine Spendenaktion auf der Crowdfunding-Plattform Wemakeit. Um mehr produzieren zu können, braucht es professionelle Utensilien. Ausserdem muss eine neue Küche her, denn die jetzige kann Heiber nur montags benutzen. Im Januar soll der Umzug stattfinden.

«Viele denken, Tofu schmecke immer gleich»

Heiber steht hinter der Nachhaltigkeitsphilosophie der Abfüllerei. Die verarbeiteten Sojabohnen stammen aus Biberen in Bern. Verkauft wird der Tofu in Glasbehältern, die mit Depot belegt sind. Entsprechend werden diese zurückgegeben und wiederverwendet.

Dass Tofu nicht gleich Tofu ist, weiss Heiber bestens. Schliesslich sei sie damit aufgewachsen. Ganz anders sei das in der Schweiz: «Viele denken, Tofu schmecke immer gleich», so Heiber. Der Geschmack könne aber erheblich variieren und hänge von diversen Details im Herstellungsprozess ab. Wer ihr nicht glaubt: Am 7. Dezember veranstaltet sie über Mittag eine Degustation im «Basel Unverpackt», wo man sich selber vom handgemachten Tofu nach koreanischem Rezept überzeugen kann.

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