Bereits mehrere hundert Meter vom Start- und Zielgelände entfernt, ist der 25. Dreiländer-Lauf unüberseh- und und unüberhörbar. Übermässig viele sportliche Frauen und Männer laufen am Sonntagvormittag in Richtung Marktplatz. Dass dort etwas los ist, verraten die Klänge der Lörracher Band Shed 67, die Rockklassiker nachspielt.

Einige Bänke sind zwar besetzt, doch vom Hochbetrieb ist die Festwirtschaft noch weit entfernt. Kein Wunder, schliesslich ist es noch nicht einmal halb elf. Für die meisten Baslerinnen und Basler zu früh, um zu essen, egal wie lecker die Würste auf dem Grill auch duften.

Die Läuferinnen und Läufer haben eine Viertelstunde vor dem Start des 10,1-Kilometer-Laufs ohnehin andere Dinge im Kopf: Einige lockern ihre Muskeln, andere checken auf dem Smartphone ihre Playlists für das Rennen. Im Innenhof des Rathauses macht so kurz vor dem Startschuss fast niemand mehr von der Möglichkeit Gebrauch, sich kurzfristig für einen der drei Läufe anzumelden. Die Schlange, in der alle stehen, führt zur Garderobe. Meist sind es Rucksäcke, die man noch loswerden muss.

Draussen scheint derweil alles bereit zu sein. Die Teilnehmenden haben sich fast alle im Startbereich eingefunden, die restliche Zeit bis zum Start verkürzen die Lions, eine Cheerleader-Gruppe aus Schopfheim. «Wir sind eingeladen worden», erklärt Werner Urschinger, Leiter der Abteilung Cheerleading beim TV Zell im Wiesental. Dass die Lions zugesagt haben, hat mehrere Gründe. «Zum einen ist es ein gutes Training, zum anderen stehen bald die deutschen Meisterschaften an, und wir können sehen, welche Figuren bei den Leuten ankommen», so Urschinger.

Lauter Jubel beim Zieleinlauf

Schliesslich ertönt der Schuss aus der Startpistole. Im vorderen Teil scheinen diejenigen zu laufen, welche die Sache ernster nehmen. Im hinteren Teil des Feldes dagegen winken manche noch ihren Freunden zu oder haben die Stoppuhrfunktion am Mobiltelefon immer noch nicht ausfindig gemacht.

Dann beginnt der Countdown zum Start des Halbmarathons. Speaker Manuel Jonasch versorgt zum einen die Zuschauer mit Infos («Wir dürften einen neuen Teilnehmerrekord haben»), hat Tipps für die Läufer («Es ist warm. Versucht, frühzeitig zu trinken!») und dankt den Sponsoren.

Nach den Starts des 21,1-Kilometer-Laufs und des Schülerlaufs, bauen die freiwilligen Helfer den Start-Ziel-Raum ein wenig um. «Die ersten Läufer dürften in etwa zehn Minuten eintreffen», informiert Manuel Jonasch. Nach 15 Jahren als Speaker hat er ein Gefühl dafür entwickelt, welche Gruppe wie weit vom Ziel entfernt ist. «Es ist toll, wie sich der Lauf entwickelt hat. Die Zusammenarbeit, ja Harmonie zwischen den drei Ländern ist einzigartig», schwärmt er, bevor es die ersten Zieleinläufe zu kommentieren gilt.

Weitere Eindrücke vom 25. Dreiländer-Lauf:

Unter lautstarkem Jubel rennen die Ersten aus der Freien Strasse auf den Marktplatz zurück. Während die Kids von den stolzen Eltern in Empfang genommen werden, diskutieren die Aktiven untereinander bei einem Elektrolytgetränk über den soeben zu Ende gegangenen Lauf.

Mittlerweile hat die Sonne die Wolken verdrängt. Je näher die Mittagszeit rückt, umso beliebter wird der Grill. In gemütlicher Atmosphäre wartet man, bis die eigentlichen Dreiländer-Läufer eintreffen. Denn wie ein 10-Kilometer-Lauf-Teilnehmer mit gespielter Entrüstung bemerkt: «Ich habe die Schweiz ja gar nicht verlassen. Nächstes Jahr werde ich wohl den Halbmarathon laufen müssen!»