Foodwaste
«Too good to go» soll die Essensverschwendung stoppen

Eine neue App rettet auch in Basel das Restessen vor dem Müll — bald könnten grosse Player einsteigen.

Stephanie Brückner
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Dank Boxen mit Restessen gelangen weniger Lebensmittel in den Abfall.ZVG

Dank Boxen mit Restessen gelangen weniger Lebensmittel in den Abfall.ZVG

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Frisch und soeben gekocht soll das Essen im Restaurant sein. Reste und ältere Speisen gehören nicht auf den Teller, sondern landen im Müll. Dies hat Folgen: Zwei Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet die Schweiz jährlich. Die App «Too good to go» will dem entgegenwirken. Am Ende des Tages sollen die Esswaren, die übrig geblieben sind und nicht wiederverwendet werden können, zu einem tieferen Preis verkauft werden. Dabei handelt es sich um einen Betrag ab drei Franken für eine volle Portion.

Die App zeigt an, welche Restaurants in der Umgebung bei «Too good to go» registriert sind und wie viele Essensboxen sie anbieten. Der Hungrige kann die Box aussuchen und gleich online bezahlen. Während einer bestimmten Zeitspanne muss die Box dann im jeweiligen Restaurant abgeholt werden.

«Das Ziel des dänischen Start-ups ist es, die Essensverschwendung einzudämmen», erklärt Jorgen Munter, Geschäftsführer von «Too good to go». Seit drei Monaten machen auch Basler Unternehmen mit und bieten Boxen mit Restessen an. Derzeit sind es elf an der Zahl. Allen voran asiatische Restaurants. So befinden sich drei Mal die Sushi Bar «Negishi», einmal das asiatische «Nooch», einmal das «Eat n’ Town Asia», das indische «Dabbawalas» und das orientalisch vegane «Vegitat» auf der Liste. Ansonsten sind die Salatbar «Dean and David» und das «Smuk Café» dabei, die ihre Restwaren via App verkaufen.

Der Start verlief harzig

Bei «Negishi» und «Nooch», die im September eingestiegen sind, ist man zufrieden mit dem Projekt. «Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Absatz steigt die Nachfrage stetig», sagt Daniel Wiesner, Chief Operating Officer der Fredy Wiesner Gastronomie. Momentan liegt die Nachfrage bei durchschnittlich 1,5 Boxen pro Tag, es komme aber jeweils auf Uhrzeit und Lage der einzelnen Filiale an, so Wiesner.

Jorgen Munter ist das zu wenig: «Wir wünschen uns mehr Betriebe, die in der Schweiz mitmachen. Momentan spüren wir noch keinen grossen Unterschied.» Anders in Dänemark. Seit der Lancierung im vergangenen Januar haben sich bereits über 400 Betriebe registriert, und über 100 Tonnen Essen wurden vor der Mülltonne gerettet.

Er hofft, dass auch in der Schweiz bald mehr Betriebe aufspringen. «Schweizer Betriebe sind sehr vorsichtig, vielleicht liegt es an ihrer Kultur», sagt Munter. Doch auch hier ist man auf gutem Weg. Munter ist im Gespräch mit Migros, Starbucks und Globus. Zudem wird ab Januar eine Basler Grossbäckerei mit zahlreichen Filialen in der Stadt mitmachen. Welche es ist, kann Munter aber noch nicht sagen. Nur so viel: «Bis zum Jahresende sollen zu den schweizweit 98 bereits registrierten Betrieben noch 50 weitere dazukommen. So können wir auch hier einen Unterschied machen.»