Basel Tourismus
Tourismus-Direktor will Australier und Polen nach Basel locken

Tourismus-Direktor Daniel Egloff hat für die nächsten vier Jahre grosse Pläne. Australier sollen sich künftig am Rheinufer in die Sonne setzen, Ölscheichs das Münster besteigen und Koreaner im Zolli die neue Affenanlage besuchen.

Muriel Mercier
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Marktplatz in Basel.JPG

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Keystone

Die Stadt am Rheinknie ist attraktiv und immer einen Abstecher wert, wenn Touristen in der Schweiz Ferien machen oder auf der Durchreise sind.

Aber nicht für all diese Markt-Destinationen auf der Basel-Tourismus-Liste stehen die Chancen gleich gut, dass Touristen sie besuchen. Ein erstaunlich positiver Rücklauf kommt aus Australien, erzählt Egloff. Er sei überrascht, wie viele Australier in den letzten Jahren in die Schweiz und nach Basel gekommen seien. «Die Australier hatten wir bisher nicht auf dem Radar. Ihre Rückmeldungen sind toll.» Neben Australien erkennt Basel Tourismus Potenzial in Polen. Dem Vorhaben entgegen kommt die relativ neue Easyjet-Flugverbindung von Krakau nach Basel und zurück.

Den Golfstaaten fehlt der Luxus

Schwieriger wird es mit den Golfstaaten, Südostasien und Korea. Staaten, die bei Basel Tourismus auch zu den Zukunftsmärkten zählen. Egloff begründet, Basel biete für die Menschen aus den Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien oder dem Oman zu wenig Luxushäuser. Ausser dem Hotel Les Trois Rois gebe es nicht viele andere Übernachtungsmöglichkeiten für diese Kunden. Bei Südostasien liegt das Problem darin, dass die Leute die Klassiker wie das Jungfraujoch besuchen. «Und die Koreaner sagen zwar, sie seien interessiert, kommen aber doch nicht nach Basel.» Für Korea ist vorerst also kein Marketingeinstieg geplant.

Warum Basel Tourismus gerade jetzt anstrebt, neue Märkte zu öffnen, liegt unter anderem an der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton. Der Vertrag wird Anfang 2014 erneuert und gilt auf vier Jahre. Heute beläuft sich die finanzielle Unterstützung der Stadt auf 1,9 Millionen pro Jahr. Der Wunsch von Basel Tourismus ist es, einen Zusatzbetrag auszuhandeln. Insgesamt verfügt er über ein Budget von rund 8 Millionen, eingenommen durch Marketing, Mitgliederbeiträge und selbst erwirtschaftete Beträge wie zum Beispiel Hotelkommissionen. Etwa 5 Millionen werden jährlich ins Marketing investiert.

Ein Minus bei den Logiernächten

Betrachtet man die Zahlen der Logiernächte von Januar bis Mai 2013, sieht es für Basel nicht so rosig aus. Im Vergleich zum Vorjahr haben 2,3 Prozent weniger Touristen eine Nacht in Basel verbracht. Besuche aus der Schweiz nahmen um 6,2 Prozent ab, Amerikaner und Kanadier kamen zu 2,1 Prozent weniger. Daniel Egloff hat eine einfache Erklärung: «Die Baumesse Swissbau, die alle zwei Jahre im Januar stattfindet, hat dieses Jahr eine Pause gemacht. Und von den Gästen aus Kanada haben wir letztes Jahr aufgrund der Curling-Weltmeisterschaft profitiert.» Diese Ausfälle sorgen für ein Loch von 4000 Logiernächten. Der Markt aus Asien wiederum bringt ein Plus von 3,1 Prozent. Allerdings: «Dieses Plus war zu erwarten. Wir könnten uns aber ein stärkeres vorstellen.»

Wegen des Messe-Neubaus gehen dieses Jahr in Basel weniger Kongresse über die Bühne. Grund war die Unsicherheit, ob der Neubau fertig werde. Und für die –10,7 Prozent bei den Stadtrundgängen ist vor allem das Wetter verantwortlich: Regen und keine Schifffahrten wegen Hochwasser.

Egloff ist aber zuversichtlich. Er kennt die Anzahl Logiernächte bis Ende Juni und weiss, dass das erste Semester 2013 mit –1 Prozent abschliessen wird. Und im November lädt die Igeho, die internationale Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie, zum Übernachten ein. Diese Messe findet auch nur alle zwei Jahre statt. Somit wird das Minus wohl wieder aufgeholt, ist Egloff überzeugt.

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