Subvention

Tourismusdirektor fordert Subventionen für Luxushotel Les Trois Rois

Die Messe Schweiz soll dem zum Verkauf stehenden Les Trois Rois unter die Arme greifen, fordert Tourismusdirektor Daniel Egloff. Das Hotel sei sowohl für die Stadt Basel als auch für die Messe selbst enorm wichtig und unverzichtbar.

Es ist eines der führenden Hotels der Welt, sein Restaurant ist, mit 18 Gault-Millau-Punkten und zwei Michelin-Sternen dekoriert, Basels gastronomische Top-Adresse. Zudem ist es ein lebendiger Teil von Basels Geschichte, also aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Die Rede ist vom Hotel Les Trois Rois an bester Lage am Grossbasler Rheinufer.

Der Basler Tourismusdirektor Daniel Egloff betont denn auch, dass ein von grossen Ketten unabhängiges Hotel der Fünfsterne-Plus-Kategorie wie das «Les Trois Rois» für den Standort sehr bedeutend sei. Für einen Teil der touristischen Top-Klientel – Egloff nennt Reiche aus den Golfstaaten – ist das «Les Trois Rois» gar das Einzige, was sie überhaupt ans Rheinknie zu locken vermag.

Seit September 2012 zum Verkauf

Allerdings lassen sich Luxushotels wie auch die Spitzengastronomie kaum rentabel betreiben: «Es gibt in der Schweiz ganz wenige unabhängige Fünfsternehäuser, die langfristig Gewinn abwerfen», sagt Tourismusexperte Egloff.

Das Hotel Les Trois Rois bemüht sich um Klarstellung: Es sei überhaupt nicht so, dass das Hotel defizitär wirtschafte. «Wir dürfen auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2013 zurückblicken», sagt Kommunikationschefin Caroline Jenny. Detaillierte Zahlen werden nicht veröffentlicht.

Klar ist aber: Obwohl Basels Top-Adresse mittlerweile operativ schwarze Zahlen schreibt – die Investitionsspritzen von Eigentümer Thomas Straumann in Millionenhöhe in das zuvor verstaubte Hotel sind durch den Betrieb nicht refinanziert worden.

Unternehmer Straumann will das Hotel los werden, um sich wieder stärker seiner eigentlichen Domäne, der Medizinaltechnik, zu widmen. Im September 2012 hat er seine Absichten kommuniziert, doch einen Käufer bis heute nicht gefunden. Die Hoffnung ist gross, dass das Hotel in Basler Händen bleibt.

Für Tourismusdirektor Egloff stellt sich angesichts der verzwickten Situation die Frage, ob Basler Unternehmen oder gar der Staat dem Hotel unter die Arme greifen müssten, um so das Überleben des traditionsreichen Hauses zu sichern.

Egloff selber bringt eine Beteiligung durch Stakeholder ins Spiel. «Ich denke zum Beispiel an die Messe Schweiz, die in der Vergangenheit immer wieder betont hat, wie wichtig es sei, für ihre Top-Klientel ein Angebot im Fünfsterne-Plus-Bereich zu haben.»

Jura greift Hotels unter die Arme

Weltweit sei in der Tourismus-Branche zudem ein Thema, dass die öffentliche Hand Hotelbauten steuerlich begünstigt, dass etwa Land günstig zur Verfügung gestellt wird, damit gewisse Hotelprojekte überhaupt lanciert werden können. Der strukturschwache Kanton Jura zum Beispiel mache dies bereits, um so den Tourismus zu fördern, gibt Egloff zu bedenken.

Bei der Messe Schweiz, der MCH Group, anerkennt man, dass es in Basel Luxushotels brauche: «Für internationale Messen wie die Baselworld kann das Angebot an Vier- und Fünfsternehotels nicht gross genug sein», sagt Christian Jecker, Sprecher der MCH Group.

Im Gegensatz zu Egloff, der den Unternehmen ein vitales Interesse an der Existenz des Luxushotels unterstellt, beurteilt er die Situation genau umgekehrt: Das «Les Trois Rois» sei eher ein Stakeholder der Messe.

«Die Hotels profitieren vor allem von den Messe-Veranstaltungen, nicht umgekehrt. Der MCH Group sei es deshalb noch nie in den Sinn gekommen, in Basel die Spitzenhotellerie zu unterstützen.

Dies vor allem auch deshalb, weil die Messebesucher während der Top-Messen wie der Art und der Baselworld nicht nur am Rheinknie untergebracht werden können. «Der Radius, auf den wir ausweichen, ist riesig: Süddeutscher Raum, Zürich, Luzern», erklärt Jecker.

Gegen die Idee von Basel Tourismus äussert er zudem einen grundsätzlichen Vorbehalt: «Würden wir das Hotel subventionieren, müssten wir das auf unsere Kunden überwälzen. Sprich: Der Hotelgast würde sein eigenes Zimmer subventionieren.»

Lieber ein Filmfestival als Geld

Beim «Les Trois Rois» will man ebenfalls nichts wissen von Subventionen seitens der Messe oder gar vom Kanton. «Nein, das wäre absolut nicht denkbar», stellt Kommunikationschefin Jenny klar.

Gegen indirekte Unterstützung hätte sie dennoch nichts einzuwenden: «Wir würden Aktivitäten der Stadt begrüssen, welche weitere Grossanlässe wie das Basel Tattoo oder die Baloise Session in Stadt holen würden», sagt Jenny.

Sie bringt auch gleich Vorschläge ins Spiel: «Weshalb nicht ein Filmfestival oder eine weitere grosse Kunstausstellung wie 2009 Van Gogh?» Auch eine weitere internationale Messe im Winter kann sie sich vorstellen. «Davon würde nicht nur unser Hotel, sondern die ganze Stadt profitieren.»

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