Defizit

Traditionsbeiz «Hirscheneck» von Geldsorgen geplagt

Hirscheneck

Hirscheneck

Eine Anzeige in der Wochenzeitung ruft zur Solidarität mit dem«Hirschi» auf, von einer finanziellen Krise ist die Rede. Die Betreiber hätten aber die Kurve gekriegt, versichern sie.

«Die Basler Kollektivbeiz Hirscheneck steckt in einer finanziellen Krise.» Die Anzeige in der letzten Ausgabe der «Wochenzeitung» ist zwar kurz, klingt aber dramatisch. Darin wird für eine Soliparty geworben, «um die unverzichtbare Institution zu retten», wie es heisst.

Ganz so schlimm steht es nicht um die Traditionsbeiz, die von einem Kollektiv ohne Hierarchien verwaltet wird. Zumindest nicht mehr. Auf Anfrage lassen die Betreiber verlauten: «Vor rund einem Jahr haben wir festgestellt, dass wir das Jahr 2015 mit einem beträchtlichen Defizit abschliessen werden.» Grund waren auf der einen Seite Investitionen. Ein Umbau fand statt, der Bartresen wurde ersetzt. Auf der anderen Seite musste das «Hirschi» einen Gästerückgang verzeichnen. Von ungefähr 40 000 Franken ist die Rede, die zwischenzeitlich in der Kasse gefehlt haben.

Sofort habe man Massnahmen ergriffen. Der Schichtplan wurde umgestellt. «Wir haben uns zudem gefragt: Wie kriegen wir wieder mehr Gäste in unser Restaurant?», sagt ein Mitglied des Kollektivs, das anonym bleiben will. Stammgäste wurden auf die Situation angesprochen.

Das zeigte Wirkung. Inzwischen steigen die Umsätze wieder. Dennoch: Ganz verflogen sind die finanziellen Sorgen nicht. Deshalb habe man die Soliparty organisiert. Vergangenen Samstag sind deshalb mehrere Bands aufgetreten. «Das hat super funktioniert», lassen die Organisatoren verlauten.

Der politische Treffpunkt war schon einmal in finanziellen Schwierigkeiten. 2006 war die Beiz angewiesen auf eine grosse Solidaritätsbewegung und staatliche Subventionen, als aufgrund feuerpolizeilicher Auflagen neue Fluchtwege eingebaut werden mussten. Damals verkauften die Betreiber etwa symbolisch Treppenstufen an Unterstützer und der Kanton sprach einen Beitrag in der Höhe von 100 000 Franken an die Sanierungskosten.

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