Die Basler Fasnacht ist dafür bekannt, dass die Sujets der Cliquen auch triste Themen aufgreifen und mit Ladäärne, Goschdyym und Zeedel zum Nachdenken anregen. Besonders tritt dies bei grossen Stammcliquen in Erscheinung.

Eine solche ist die Wettstai-Clique. Sie geht diesmal neue Wege und arbeitet mit einer Wagenclique zusammen. Dies ist ungewöhnlich, meist bleiben die verschiedenen Einheiten für sich – es gilt bereits als speziell, wenn sich zwei Cliquen zusammentun. So geschehen letztes Jahr, als der Dupf und die Olympia zusammen den Zyyschtig verbrachten. Dies trug übrigens Früchte, heuer bestreiten die jungen Garden der beiden Männercliquen den Cortège vereint.

Die Wettstai hingegen läuft zusammen mit den Ammedysli. Damit der gebrochenen Traditionen aber nicht genug: Die Wägeler verteilen keine Bhaltis vom Wagen. Das übergeordnete Sujet lautet «S Lääbe isch e Tombola».

Thematisiert wird die Willkür, in einen hohen oder eben tiefen Lebensstandard hineingeboren zu werden. Und so laufen die Pfeifer und Trommler als Snobs vorneweg, während die Wägeler in zerlumpter Kleidung die Passanten anbetteln.

Dies eben ist auch charakteristisch für die Drey scheenschte Dääg: das stetige Brechen mit der eigenen Tradition. Wobei der Auftritt der Wettstai mit den Ammedysli bei Puristen für weniger Unmut sorgen wird als die neo-fasnächtlichen Extravaganzen der Alte Stainlemer oder Basler Bebbi in den vergangenen Jahren. (bro)