Wer seinen Enkel zum Geburtstag mit einem Flughafen aus Lego überraschen, für seine Tochter ein Puppenhaus besorgen oder ein Familienspiel für verregnete Sonntagnachmittage kaufen möchte, wurde bisher im «Spielhuus» fündig. Damit ist jetzt Schluss, denn Ende nächster Woche schliesst das Traditions-Spielwarengeschäft nahe der Basler Schifflände (bz berichtete).

Neue Filiale von Franz Carl Weber

Der Branche bleibt das Gebäude allerdings erhalten: In die Eisengasse 8 zieht eine neue Filiale von Franz Carl Weber. Bis Mitte 2003 stand eine Filiale in der Freien Strasse - dann wurde das Geschäft allerdings geschlossen.

Franz Carl Weber ist ein Paradies für Kinder, denn das Warenangebot des bekannten Schweizer Unternehmens - gegründet vom Deutschen Franz Philipp Karl Friedrich Weber - ist gross. Einiges grösser und kommerzieller als das der anderen Spezialgeschäfte in Basel. Ob das zu einem Problem für das «Spielbrett» am Andreasplatz oder den «Spielegge» am Rümelinsplatz werden kann?

Markt verändert sich

Pascal Löhrer, Geschäftsführer vom «Spielbrett», lässt die Sache auf sich zukommen. Dass eine Franz-Carl-Weber-Filiale mitten in der Stadt eine Veränderung des Marktes hervorrufen wird, streitet er nicht ab. Bedenken, das Unternehmen würde ihm Kunden wegschnappen, hat er keine. «Franz Carl Weber verkauft trendige Spielsachen wie Pokémon oder Spielzeug zu Blockbuster-Kinofilmen.» Lizenzprodukte also: «Wir verkaufen traditionelle Spielwaren, viele sind aus Holz hergestellt.»

Ähnlich denkt Iwan Paulin vom «Spielegge», denn auch sein Geschäft ist spezialisiert auf Holz-, Plüsch- oder Stoff-Spielzeug. Er ist überzeugt, dass das «Spielhuus», das bis zum Schluss vom Gründerpaar Lucia und Gerhard Hirt geführt wird, für ihn die grössere Konkurrenz bedeutet habe. «Im ‹Spielhuus› hatten sie Spielzeug im Sortiment, das wir auch verkaufen.» Paulin zählt Ostheimer-Holzfiguren oder Käthe-Kruse-Puppen auf. «Die Familie Hirt hat mir diese Spielsachen weitergegeben, weil Franz Carl Weber sie nicht verkauft.»

Endlich ein grosser Spielladen


Froh über den Neuzuzug des grossen Unternehmens an die Schifflände ist Markus Heinzer. Der angehende Geschäftsführer bei Bercher & Sternlicht AG am Spalenberg verkauft Modelleisenbahnen. «Ich finde es toll, dass es dort mit einem Spielhaus-Laden weitergeht. In der Stadt gibt es bis auf die kleinen Geschäfte ja keine richtigen Spielwarenläden mehr.» Als Konkurrent erkennt er den neuen Franz Carl Weber keineswegs: «Es wäre natürlich hervorragend, wenn er Startpackungen für Modelleisenbahnen anbieten würde», lacht er.

Warum Franz Carl Weber an die Schifflände zieht, und ob die Kette ihre Stücki-Filiale, die neuerdings vom Discounter «Toys 'R' us» bedrängt wird, als Konsequenz schliesst, wollte die Unternehmensleitung nicht bekannt geben. Nur soviel: «Wir eröffnen das Geschäft auf die zweite Jahreshälfte hin wegen des Weihnachtsverkaufs, der in ein paar Monaten beginnt», erklärt Sprecherin Suzanne Nievergelt.