Euro-Airport

Trägt der Greta-Effekt Schuld? Das Wachstum am Euro-Airport schwächt sich ab

Mit 9,1 Millionen Passagieren erreichte der Euro-Airport 2019 einen neuen Rekord. (Archivbild)

Mit 9,1 Millionen Passagieren erreichte der Euro-Airport 2019 einen neuen Rekord. (Archivbild)

Für das laufende Jahr rechnen die Verantwortlichen mit einer Stabilisierung – Wizz Air wird weiter zulegen.

Ob es am Greta-Effekt liegt, der sich abkühlenden Wirtschaft oder am Umstand, dass der
Euro-Airport (EAP) mit fast 100 Destinationen das Feld langsam abgegrast hat, konnte Flughafendirektor Matthias Suhr nicht sagen. Fakt ist: In diesem Jahr wird der EAP, was die Passagiere anbelangt, kaum zulegen. 2020 könnte demnach als Wendepunkt angesehen werden, eilte der Flughafen in den vergangenen zehn Jahren doch von Rekord zu Rekord. 2019 war das nicht anders.

Im vergangenen Jahr, so kommunizierte der EAP gestern, erreichten die Passagierzahlen mit 9,1 Millionen Reisenden ein Allzeithoch. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Im Jahr 2020 gehen wir nur noch von einem Prozent aus. Aber: Die Nachfrage nach effizienten Flugverbindungen ist in der Region nach wie vor hoch», sagte Suhr. Stärkste Passagiergruppe seien die 20- bis 30-Jährigen, «die Generation Easyjet». Die Billiglinie stellt mit einem Marktanteil von 60,2 Prozent wie in all den Jahren zuvor den übermächtigen Leader am binationalen Flughafen dar.

Die Nummer zwei hat mächtig Appetit

Die Stärke von Easyjet ist mit der Grund dafür, warum Airlines wie TAP Air Portugal oder Iberia, die via ihre Hubs in Lissabon respektive Madrid den Passagieren des EAP das Tor zu ihren Verbindungen in alle Welt öffnen wollten, sich vom EAP zurückgezogen haben oder sich demnächst zurückziehen: Da Easyjet beide Destinationen auch bedient – zu weitaus tieferen Preisen –, hatten Iberia und TAP keine Chance, am EAP Gewinne zu generieren.

Vielversprechend sieht es derweil für die ungarische Wizz Air aus, die Nummer zwei hinter Easyjet mit mittlerweile acht Prozent Marktanteil. Im Vergleich zu Easyjet kaum der Rede wert – und trotzdem bemerkenswert, wächst die Wizz Air doch von Jahr zu Jahr deutlich und fliegt Rekorde ein. Mit ihrer Königsdestination Pristina ab dem EAP schaffte sie es, mit nahezu 15 Prozent am stärksten zuzulegen. Das sind alleine für diese Strecke 45000 Passagiere mehr als noch 2018. Entsprechend gross ist der Appetit von Wizz Air, die in erster Linie Ziele im Osten Europas anfliegt und darum Easyjet nur geringfügig in die Quere kommt. Ab Wien wurden vor wenigen Tagen fünf neue Strecken angekündigt, und es ist davon auszugehen, dass sich ab dem EAP bald ein paar weitere Destinationen zu den bestehenden zwölf gesellen.

Lange Wartezeiten sollten Vergangenheit angehören

Egal, wie sich die Passagierzahlen am EAP entwickeln: In der Ankunftszone sollte man nun für das erhöhte Aufkommen gerüstet sein. Vizedirektor Frédéric Velter verkündete gestern, dass die Renovation des Ankunftsbereichs, die nun drei Jahre andauerte, nahezu abgeschlossen sei. Man habe 30 Millionen Franken in die Servicequalität investiert, etwa in moderne Gepäckbänder, in automatische Passkontrollen und mehr Kapazitäten bei den Sicherheitskontrollen. Die langen Wartezeiten bei der Ankunft, die für viel Negativschlagzeilen gesorgt hatten, sollten laut Velter der Vergangenheit angehören.

Es gehörte gestern auch zum guten Ton, dass Matthias Suhr die Bemühungen des Flughafens, den Lärm in den Nachtstunden sowie den CO2-Ausstoss in den kommenden Jahren stark zu reduzieren, unterstrich. Unter anderem soll eine sogenannte begrenzende Lärmkurve von den Flugsicherheitsbehörden definiert und bis 2022 der CO2-Fussabdruck des Flughafens um 20 Prozent im Vergleich zu 2015 reduziert werden.

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