Ausbau

Tramlinie 8: Die Chance für die Verlängerung bis Alt-Weil wächst

8er-Tram an der Wendeschlaufe in Weil am Rhein. Von hier soll die Linie weiter durch die Hauptstrasse führen.

8er-Tram an der Wendeschlaufe in Weil am Rhein. Von hier soll die Linie weiter durch die Hauptstrasse führen.

Die Linie der Tramlinie 8 soll von der jetzigen Endstation am Weiler Bahnhof bis zum Läublinpark zu verlängert werden. Mit der Verlängerung bis Alt-Weil soll ein neues Einzugsgebiet von 15'000 Einwohnern erschlossen werden.

Es braucht keine Brücken und die 1,8 Kilometer lange Strecke ist schnurgerade. Mit voraussichtlich 18 Millionen Euro halten sich die Kosten, das 8er-Tram von der jetzigen Endstation am Weiler Bahnhof bis zum Läublinpark zu verlängern, in Grenzen. Hier beginnt gleich Alt-Weil und insgesamt soll ein neues Einzugsgebiet von 15'000 Einwohnern erschlossen werden.

Der Park liegt dort, wo es links nach Vitra geht, das später mit einem Kreisverkehr durch ein Neubaugebiet ebenfalls eine Tramhaltestelle erhalten könnte. Der Weiler Bürgermeister Rudolf Koger, der für das Tram zuständig ist, äussert sich dazu allerdings zurückhaltend: «Noch ist das nur eine Vision.»

Ursprünglich war die erneute Tramverlängerung im 3. Agglomerationsprogramm als A-Projekt eingegeben worden – das bedeutet mit höchster Priorität. Weil die Machbarkeitsstudie fehlte, wurde das Vorhaben als C* zurückgestuft. Mittlerweile hat Weil die Studie, in der die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens nachgewiesen wird, nachgereicht.

Ausserdem hat sich das Land Baden-Württemberg bereit erklärt, die Hälfte der Investitionen zu übernehmen. Der Landkreis Lörrach zahlt eine Million Euro. Die Bedingung dafür, dass die Gelder aus Stuttgart fliessen, ist allerdings, dass sich auch die Schweiz im Rahmen des Agglomerationsprogramms an den Kosten beteiligt. Dafür aber muss der Nutzen für die Schweiz nachgewiesen werden.

Patrick Leypoldt, Geschäftsführer von Agglo Basel, erläutert: «Wir arbeiten mit Weil am Rhein, dem Landkreis Lörrach und dem Regionalverband Hochrhein-Bodensee daran, diesen Nachweis bis Mitte 2021 zu erbringen.» Dies mit Zahlen zu untermauern, dürfte allerdings nicht einfach werden. So schreibt auch die Regiokommission des Grossen Rats in ihrem Zweijahresbericht: «Der Nutzen für die Schweiz lässt sich jedoch nicht klar quantifizieren.» Laut Kommissionspräsident Tim Cuénod (SP) erstellt die Regiokommission derzeit einen Beibericht zur Tramnetzentwicklung. Äussern wird sich auch die Kommission Umwelt, Verkehr und Energie.

Einkaufstourismus bleibt stabil

Argumente findet Leypoldt einige: «Die rund 4000 Weiler Berufspendler sind derzeit durch den öV nicht optimal angebunden. Ausserdem wird die Parkplatzsuche in Basel zunehmend schwieriger.» An eine erneute Zunahme des Einkaufstourismus durch die weitere Verlängerung glaubt Leypoldt nicht. «Die grossen Einkaufstempel sind ja bereits angebunden. Ausserdem bin ich davon überzeugt, dass nicht das Tram der Treiber für den Einkaufstourismus war, sondern die Mehrwertsteuererstattung und der Eurokurs.»

Leypoldt hofft, dass es gelingt, das Projekt wieder auf A hochstufen zu lassen. Wenn das klappt, könnte der Baubeginn 2024 sein. Vorher aber muss die Basler Regierung mit den verschiedenen Partnern das Programm politisch beschliessen. Anschliessend liegt die Entscheidung in Bern. Nach der Prüfung und der Vernehmlassung haben National- und Ständerat das letzte Wort.

Der Grosse Rat kann sich nur dann zum Thema äussern, wenn der Kanton Basel-Stadt zum Beispiel durch die Betriebskosten über die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) finanziell am Vorhaben beteiligt ist. Koger sagt dazu: «Eine abschliessende Lösung haben wir noch nicht in der Frage, aber wir sind mit den BVB im Gespräch.

8er-Tram ist pünktlicher

Ein Kritikpunkt an der weiteren Verlängerung war in der Vergangenheit, dass die Linie schon in ihrer heutigen Form oft nicht stabil gehalten werden kann. Wie soll das also werden, wenn sie noch länger wird? Für Alain Groff, Leiter des Basler Amts für Mobilität, ist klar: «Wir müssen sicherstellen, dass die Betriebsqualität nicht beeinträchtigt wird und die Trams nicht im Stau stehen.» Einfach wird das nicht. Benjamin Schmid, BVB-Mediensprecher, teilt zwar mit, dass sich die Stabilität auf der Linie 8 verbessert habe. Er räumt jedoch ein: «Insbesondere an Tagen mit sehr hohem Verkaufsaufkommen in Weil kommt es aber nach wie vor zu grösseren Verspätungen.»

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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