Verkehr

Transitverkehr über die «Zollfreie»? Ein weiterer Versuch zur Entlastung von Riehen

Wenig Autos im Dorf, mehr auf der Zollfreistrasse: So soll Riehen künftig entlastet werden, fordern Politiker.

Basler Grossräte verlangen, dass der Transitverkehr auch nach den Bauarbeiten auf der Achse Basel-Riehen-Lörrach über die «Zollfreie» geleitet wird.

Die Kantonsstrasse von Basel nach Lörrach durch Riehen soll den Status als Durchgangsstrasse verlieren. Dafür soll der Regierungsrat beim Bundesrat intervenieren. Zurzeit ist die Achse Aeussere Baselstrasse – Baselstrasse – Lörracherstrasse als Hauptachse und Durchgangsstrasse H318 im Anhang zur eidgenössischen Durchgangsstrassen-Verordnung aufgeführt. Nach der Umgestaltung der Lörracherstrasse zu einem «Boulevard» habe sie allerdings nicht mehr den Charakter einer Durchgangsstrasse, finden Grossräte aus Riehen in einem Anzu.

Mit der Zollfreien Strasse bestehe seit Jahren eine Verbindung von Basel nach Lörrach. Aber die Signalisation vom übergeordneten Strassennetz her nach Lörrach weist noch immer den Weg durch Riehen. Die Grossräte fordern nun die Löschung der Achse durch Riehen aus der eidgenössischen Durchgangsstrassen-Verordnung mit dem Ziel, die Umfahrung über die Zollfreie Strasse zu gewährleisten.

Die andauernde Baustelle auf der Achse habe gezeigt, dass die Umleitung auf die Zollfreie Strasse funktionieren könne, betont EVP-Grossrat Thomas Widmer-Huber. Er befürchtet aber, dass die Wirkung der Umfahrung mit Ende der Bauarbeiten nachlässt. «Es ist einfach zu bequem, durch Riehen zu fahren. Kommt noch die Signalisation dazu, ist es klar, dass fast der ganze Transitverkehr durch Riehen geleitet wird.» Der Vorstoss sei ein weiterer Versuch, für Riehen eine Entlastung zu erreichen.

Vorstoss zielt nur auf Transverkehr

Unterzeichnet haben den Anzug neben Widmer-Huber auch Franziska Roth, Sasha Mazzotti, Edibe Gölgeli (alle SP), Thomas Grossenbacher (Grünes Bündnis), Katja Christ (GLP), Christian Griss (CVP) und Andreas Zappalà (FDP). Der Durchgangsverkehr – verstärkt durch den Einkaufstourismus – ist seit Jahren ein Riehener Dauerthema. Die Zollfreie Strasse hat die erhoffte Wirkung nie erreicht. Erst mit den Bauarbeiten zwischen Basel und Lörrach fühlten sich Auto- und Lastwagenfahrer gezwungen, diese Strasse zu benutzen.

Zappalà glaubt nicht an die nachhaltige Wirkung der verkehrsberuhigten Lörracherstrasse. «Autofahrer gewöhnen sich mit der Zeit daran, hinter einem Tram herfahren zu müssen.» Er ist überzeugt: Solange der Bund die Achse Basel-Riehen-Lörrach als Durchgangsstrasse führt, wird die Verkehrsberuhigung nicht gelingen. Als Geschäftsführer des Hauseigentümerverbands Basel-Stadt kennt Zappalà die Bedürfnisse von Immobilienbesitzern nach weniger Verkehrsbelastung.

Unterstützung erhalten die Grossräte von Riehens Gemeindepräsidenten Hansjörg Wilde (parteilos). Er hält die Zollfreie Strasse ohnehin für eine «attraktive Umleitung» von Riehen, gerade wegen dem Kreisel in Lörrach und der Autobahnauffahrt auf Schweizer Seite.

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