Sandro Bernasconi freut sich sichtlich. «Es gibt bei uns dieses ungeschriebene Gesetz: Jedes zweite Jahr wird hochkarätig.» Der Musikleiter der Kaserne schmunzelt zufrieden. 2017 ist ein solches Jahr. Keine fünf Wochen nach dem Open-Air Basel meldet er sich zurück und hat nicht zu viel versprochen: Die kommende Saison kann sich sehen lassen.

Alte Herren, junge Musikstile

Stargast sind die Jungs von Mogwai, die am 26. Oktober ihr einziges Schweizer Konzert geben werden. Wobei die Bezeichnung «Jungs» womöglich nicht mehr ganz so angemessen ist: Die vier Glasgower touren mittlerweile bereits mit ihrem neunten Studioalbum.

Gestanden sind auch die Herren von Triggerfinger, die sich 2012 mit dem Lykke Li-Cover «I Follow Rivers» in den Kommerz gekräht haben, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Rechnung geht auf: Gute Musik, massig Publikum. Massig Publikum versprechen auch Spoon – jene Band, die Funk vom hartnäckigen Papa-Image (Welcher Millennial hat nicht mindestens eine CD von James Brown/Brand New Heavies/Jamiroquai im elterlichen CD-Regal stehen?) befreit hat. Funk ist wieder hot, zumindest bei diesen sympathischen Texanern.

Mindestens genauso hot ist Scott Hansen: Musikproduzent aus Sacramento, der sich fies leise in dein Bewusstsein schleicht, um dann alles Mögliche mit dir anzustellen. Wer sein Chillwave-Musikprojekt «Tycho» kennt, weiss, wovon die Rede ist: Diese Musik macht einen fertig, auf die bestmögliche Art und Weise. Wer Tycho nicht kennt und bei Chillwave nur an fragwürdige Genre-Bezeichnungen denkt (berechtigt: Chillwave klingt langweiliger als Papas CD-Regal): Hingehen und Anhören! Am 30. Oktober treten Hansen und seine drei Mitmagier in der Kaserne auf.

Wollsocken oder Street Cred?

Wer bei Tycho Blut geleckt hat, kann sich eine Woche später bereits die nächste Dosis Herzschmelz holen: Die Kanadier von Tops machen statt Chillwave Indie-Rock– die mindestens ebenso beknackte Jung-und-Frisch-Bezeichnung für Rock. In diesem Fall grossartigen Rock: Sängerin Jane Pennys Stimme klingt nach spätabends aus einem Gewitter in die warme Stube kommen, nach ofenwarmen Guetsli im Mund und Wollsocken an den Füssen.

Wer dem wohligen Zuhause die ruppige Strasse vorzieht, soll Ende Oktober zu Dillon Cooper: Blutjunger Brooklyner Rapper, relativ unbekannt in der hiesigen Öffentlichkeit und drum absoluter Geheimtipp. Sie haben sich beim Jamiroquai-Kommentar ertappt gefühlt? Ein Dillon Cooper-Konzertbesuch und die Credibility ist wieder hergestellt.

Basel-Züri 1:0

Keine Frage: Die Kaserne hat sich musikalisch ein gewichtiges Programm zusammengestellt. Woran liegts, dass so viele grosse Namen zugesagt haben? Bernasconis Erklärung ist simpel: Die grossen Bands spielen meistens entweder einen Gig in Zürich oder zwei an anderen Orten. Diese anderen Orte sind meist Lausanne und Basel– einmal die Romandie, einmal die Deutschschweiz.

Diesen Herbst hat eindeutig Basel die Nase vorn. Oder um es mit Bernasconis Worten zu sagen: «Dieses Jahr wird es wahnsinnig schwierig, auch nur einen Tag zuhause zu bleiben.»

Musik in der Kaserne. Das gesamte Programm finden Sie online unter:

www.kaserne-basel.ch