Basel kann sich hinsichtlich Touristenzahlen nicht beklagen: Auch im vergangenen Jahr wurde ein Logiernächterekord verzeichnet. Dies ist in erster Linie Geschäftsreisenden zu verdanken, die etwa Kongresse oder Messen besuchen.

Über die Wochenenden sind viele Hotels weit davon entfernt, ausgebucht zu sein. Erklärtes Ziel von Tourismusdirektor Daniel Egloff ist es deshalb, mehr Freizeittouristen nach Basel zu locken. Das Zauberwort dabei lautet: Zusatzleistung.

Eine solche wurde gestern lanciert:

Ab sofort stehen übernachtenden Gästen 30 E-Bikes bei «Rent a Bike» im Bahnhof Basel SBB zur Verfügung. Statt 60 Franken pro Tag bezahlen die Touristen beim Vorweisen der Rabattkarte Baselcard 20 Franken für die Miete eines E-Bikes. «Städtereisende erwarten neben besonderen Erlebnissen auch eine uneingeschränkte Mobilität», sagte Egloff gestern an einem Medienanlass.

Auch Partnerhotels – darunter das Hotel Basel oder das Hotel Wettstein– bieten solche «Guest Bikes Basel» an. Grössere Hotels wie der «Teufelhof» oder das «Krafft» hätten bereits eine eigene Elektrovelo-Flotte für ihre Gäste, so Egloff.

Statt der herkömmlichen Jahresmiete von 1200 Franken bezahlen die Hotels bei «Rent a Bike» 600 Franken für die Elektrovelos; die Differenz übernimmt Basel Tourismus. Laut Egloff investiere sein Unternehmen dafür 30'000 Franken jährlich. Peanuts, wenn man bedenkt, dass sich die Gasttaxenerträge auf vier Millionen Franken im Jahr belaufen.

Das andere Basel kennenlernen

Neben den E-Bikes verkündete Egloff eine weitere Neuheit. Mit der «Foodtour mit Kult» wolle man insbesondere Individualtouristen bedienen: «Bei der selbstgeführten Foodtour lernen die Gäste fünf Lokale abseits der grossen Sehenswürdigkeiten kennen, erleben das andere, trendige Basel», so Egloff.

Zu den Stationen gehören das Eiscafé Acero in der Rheingasse, die Bäckerei Kult im St. Johann, der Schokoladenladen Xocolatl an der Schifflände, das Zero-Waste-Geschäft «Basel unverpackt» und die Foodhalle Klara13. Die Tour kann für 29 Franken gebucht werden, und dabei können Häppchen, Drinks und weitere Produkte degustiert werden.

Auch Baslern stünde dieses Angebot offen, betonte der Tourismusdirektor. Zur Auswahl der Stationen sagte er, dass es möglich sei, weitere Lokalitäten aufzunehmen oder gar weitere, ähnliche Touren anzubieten. «Wir schauen jetzt mal, wie die Food Tour anläuft. Verlieren können wir dabei nicht.» Basel Tourismus verdiene an der Tour nichts, es sei viel mehr die Absicht, innovativen Ladenkonzepten mehr Publizität zu bringen.