Oberrheinkonferenz

Trinationale Plattform «Trisan»: Weniger krank zu dritt

Mit den Trisan-Massnahmen sollen Gesundheitsakteure ihre Partnerschaften und Projektideen strukturieren können. (Symbolbild)

Mit den Trisan-Massnahmen sollen Gesundheitsakteure ihre Partnerschaften und Projektideen strukturieren können. (Symbolbild)

Ein trinationales Projekt soll die Kooperation, Synergie und Mobilität bei Gesundheitsprojekten fördern und verbessern: Ab 1. Juli stehen im Rahmen eines Interregprojekts der Oberrheinkonferenz (ORK) in den nächsten drei Jahren 790'000 Euro zur Verfügung, um mit dem Schaffen der trinationalen Plattform «Trisan» die Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich zu verbessern.

«Es wird laufend neue Projekte geben», versprach Peter Indra, Leiter Gesundheitsversorgung Kanton Basel-Stadt und Vorsitzender der ORK-Arbeitsgruppe Gesundheit, am Donnerstag auf einer Medienkonferenz im Basler Rathaus.

Ein bescheidener Betrag

Anlass war die Zwischenbilanz zum ORK-Präsidium des Basler Regierungspräsidenten Guy Morin, und im Mittelpunkt stand das erwähnte Gesundheitsthema. Indra räumte zwar ein, dass die für «Trisan» bereit stehende Summe mit den erwähnten 790'000 Euro gegenüber den fünf Milliarden jährlichen Gesundheitskosten von Basel-Stadt und Baselland «bescheiden» sei, glaubte aber dennoch an eine grosse Wirkung. «Wenn die Experten sich auf ihre Aufgaben beschränken, kann viel Energie gespart werden», betonte er.

Mit dem Vorhaben sollen eine Datengrundlage erarbeitet, bisher isolierte Akteure vernetzt sowie die Experten der AG unterstützt werden. Die ORK erstreckt sich von der Südpfalz über Südbaden und das Elsass bis in die Nordwestschweiz. «Trisan» soll zur Entwicklung von Kooperationen beitragen, um so das Versorgungsangebot am Oberrhein zu verbessern.

Auf strategischer Ebene verfügt die AG Gesundheitspolitik über ein Steuerungskonzept, das es erlaubt, Kooperationsfelder und -ziele zu definieren. «Auf operationeller Ebene können im Rahmen der Trisan-Massnahmen Gesundheitsakteure ihre Partnerschaften und Projektideen strukturieren», heisst es etwas trocken im Mediendossier.

Im Raum Basel bestehen bereits zwei Kooperationsprojekte. So können Schweizer Rehabilitationen in drei südbadischen Kliniken in Anspruch nehmen. Das Pilotprojekt, das die Schweizer Sozialversicherungen finanzieren, soll zu einer festen Einrichtung werden und ins ordentliche Sozialversicherungsrecht übernommen werden. In Anspruch genommen wird die Reha für die Bereiche Lunge und Orthopädie. «Darin haben wir in der Schweiz wenig Kompetenzen», so Indra.

Jährlich nehmen daran 300 bis 400 Patienten teil. Indra räumte zwar ein, dass dies keine grossen Zahlen seien, verwies aber darauf, dass immerhin 20 Prozent der Personen, die Anrecht auf eine Reha hätte, die Behandlung in Deutschland machen lassen.

Basler Onkologie in Lörrach

Im Bereich Onkologie arbeiten Vertreter des Unispitals Basel in einem Medizinischen Versorgungszentrum in Lörrach. Generell schätzte der Leiter der Gesundheitsversorgung die Anzahl der deutschen und französischen Patienten im Unispital auf jährlich einige Tausend – bei einer Gesamtzahl von 50'000 Patienten. Normalerweise rechne man damit, dass ein Unispital ein Einzugsgebiet von einer Million Menschen brauche; mit den beiden Basel aber komme es auf rund 500'000.

Am 17. November findet in Basel eine Veranstaltung zum Fachkräftemangel in den Pflegeberufen statt.

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