Die Basler Regierung will nichts davon wissen. Eine bauliche Gesamterneuerung beziehungsweise Sanierung des Kaserneninnenhofs stehe in den nächsten Jahren nicht an, stellt sie klar. Dabei war der Auftrag eindeutig. Mit einem überdeutlichen Mehr von 78 gegen
10 Stimmen hat der Grosse Rat schon im November 2017 die Regierung beauftragt, im Zuge des Kasernenumbaus das Areal neu zu gestalten.

Die Gestaltung der öffentlichen Flächen rund um den Hauptbau sei «in die Jahre gekommen und erfüllt teilweise schon heute die Bedürfnisse der Nutzenden nicht mehr in idealer Weise», finden die Parlamentarier rund um SP-Grossrat Claudio Miozzari. So drohten etwa die neuen Durchgänge vom Rhein her zum Innenhof auf einen düsteren, schwer einsehbaren Platz zu münden. Daher sollen die öffentlichen Flächen zwischen Klybeckstrasse und Rhein umgestaltet werden. «Insbesondere der heute trostlos anmutende Teerplatz soll attraktiver gestaltet werden», finden die Befürworter.

Anpassungen erst, wenn Innenhof saniert wird

Die Regierung aber will davon nichts wissen. Das macht sie in ihrer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme zum Vorstoss klar. Ohnehin seien im Innenhof die Möglichkeiten zu baulichen Veränderungen gering. Denn die Grünfläche soll erklärtermassen erhalten bleiben. Und der Teerplatz solle weiter von Veranstaltungen wie der Herbstmesse oder dem Basel Tattoo genutzt werden. Der Grosse Rat habe dem 2014 schliesslich im Rahmen der Vorlage zum Kasernenumbau zugestimmt. Erst wenn der Innenhof irgendwann ohnehin saniert werden muss, könnte man allenfalls Anpassungen prüfen, erklärt die Regierung.

«Ich finde diese Haltung schade», sagt SP-Grossrat Miozzari. «Mit dem Umbau-Beschluss hört die Welt ja nicht auf, sich zu drehen. Man darf dann durchaus noch weiterdenken. Er befürchtet vor allem, dass die Durchgänge zwischen Kasernenhof und Rheinpromenade unattraktiv sein könnten. Sie würden so kaum dazu einladen, sie zu nutzen.

«So wird das Gebiet zur Dauerbaustelle»

Von einer «verpassten Chance» spricht auch LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein, die den Vorstoss ebenfalls unterstützt hat. «Es ist unmöglich, wie rund um die Kaserne alles immer nur scheibchenweise gemacht wird. So wird das Gebiet zur Dauerbaustelle», findet sie. Sie kann nicht verstehen, dass die Regierung mit der Neugestaltung des Innenhofs nun sicher einige Jahre zuwarten möchte. «Dabei will man doch das Kleinbasel aufwerten», gibt von Falkenstein zu bedenken.

Ganz auf eine Neugestaltung der Umgebung will aber auch die Regierung nicht verzichten. So soll nach dem Umbau des Kasernenbaus die Fläche vom Unteren Rheinweg dem Durchgang durch den Hauptbau angepasst werden. Nur so sei ein hindernisfreier Zugang zum Gebäude zu gewährleisten. Wie das Bau- und Verkehrsdepartement am Freitag zudem mitteilte, wird die Stadtgärtnerei am Montag die Rosskastanie am Ende des Klingentalwegleins entfernen. Sie steht der Öffnung durch den Hauptbau im Weg. Nach Abschluss der Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe wird aber wieder ein Jungbaum gepflanzt werden.

Auch das Klingentalweglein und dessen Umgebung sollen attraktiver gestaltet werden, betont die Regierung. So wird der Raum zwischen Weg und Klingentalkirche geöffnet und mit zwei neuen Zugängen zum Innenhof der Kaserne respektive zum Kirchengebäude ergänzt.