Klybeckquai
Trotz abgelaufener Deadline: Wagenplatzleute bleiben an der Uferstrasse

Bis am Sonntag waren die Zwischennutzer beim Klybeckquai offiziell geduldet – doch von Aufbruchstimmung herrscht keine Spur. Grund dafür ist die fehlende Kommunikation zwischen Behörden und Bewohner.

Janine Müller
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Die Wagenplatzleute nehmen einen Tag nach dem anderen, ein klärendes Gespräch ist nicht in Sicht.Archiv/niz

Die Wagenplatzleute nehmen einen Tag nach dem anderen, ein klärendes Gespräch ist nicht in Sicht.Archiv/niz

Eine friedliche Ruhe herrscht an der Uferstrasse. Ein Sonntagvormittag wie jeder andere, könnte man meinen. Scheinbar vergessen, dass es der 11. August ist. Für die Wagenplatzleute ein Datum, welches über ihre Zukunft entscheiden soll.

Vor einigen Wochen gaben die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) bekannt, dass die Wagenburg an der Uferstrasse noch bis zum 11. August «geduldet ist». Die Wagenplatzleute reagierten daraufhin mit einer Unterschriftensammlung.

Über 700 Unterschriften kamen dabei zusammen; von Sympathisanten, Freunden, Anwohnern, namhaften Kulturinstitutionen und Politikern – von links bis rechts. Darunter auch Basta-Grossrätin Heidi Mück und LDP-Grossrat Michael Koechlin.

Vor rund zwei Wochen haben die Wagenplatzleute die Unterschriften beim Kanton deponiert. Eine Kopie ging an die SRH. Weder vom Kanton noch von den SRH sei eine Reaktion gekommen, sagt Fritz, ein Bewohner der Wagenburg, der nicht mit offiziellem Namen genannt werden will.

«Wir haben vom Kanton die Empfangsbestätigung erhalten, das ist alles.» Mück, die in regem Kontakt mit den Wagenplatzleuten steht, versucht nun bei der Regierung herauszufinden, ob es konkrete Pläne für das weitere Vorgehen gibt.

Wagenplatzleute nicht informiert

Zu offiziellen Gesprächen zwischen den Wagenplatzleuten, dem Kanton und den SRH kam es in der letzten Zeit nicht. Die Wagenburgbewohner wurden über das weitere Vorgehen nicht informiert. Die SRH schweigen momentan.

Man wolle zusammen mit dem Kanton in der nächsten Woche über das weitere Vorgehen informieren, liessen die SRH am Freitag verlauten. Nur: Auch davon wissen die Wagenplatzleute offiziell nichts. Sie haben diese Information lediglich auf informellem Weg erhalten.

Wagenburg ausgebaut

Trotz der gestrigen Deadline: Von Aufbruchsstimmung merkt man bei den Wagenplatzleuten nichts. Im Gegenteil: Ein Besuch zeigt, dass sie die Wagenburg weiter ausgebaut und mit alten Holzpaletten eingefriedet haben.

Die Wagenplatzleute scheinen die Situation gelassen hinzunehmen. «Wir giessen weiter unsere Blumen und pflanzen an. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig», sagt Fritz. Keine Existenzangst? «Angst nicht direkt.

Aber klar: die existenzielle Grundlage steht auf dem Spiel», sagt er und fügt an, dass es helfen würde, wenn «wir ein klärendes Gespräch in Aussicht hätten». In dieser Situation helfe auch die gute Gemeinschaft und der Austausch mit anderen Zwischennutzern.

Ausserdem passe es hier an der Uferstrasse einfach gut, sagt Fritz. Und meint damit, dass seit ihrem Aufenthaltsbeginn am 29. März keinerlei Reklamationen eingegangen seien, dass man sich friedlich verhalte und daher auch viel Zuspruch und Unterstützung von der Nachbarschaft erhalten habe.

Unterstützung erhielten die Wagenplatzleute auch den ganzen Sommer über von ausländischen Touristen. «Es kamen oft Leute vorbei, die dann bei uns übernachtet haben», erzählt Fritz.

«Diese Gastfreundschaft kommt ja auch irgendwie der Stadt Basel zugute.» Ob sich die Rheinhäfen und der Kanton gegenüber den Wagenplatzbewohnern ebenfalls gastfreundlich verhalten, wird sich diese Woche zeigen.