Ob Petrus definitiv ein Basler ist, wird sich noch weisen. «Eberhard» das Sturmtief ist es aber sicher nicht. Die starken Windböen forderten den Laternenträgern beim Einpfeifen der kunstvollen Stücke einiges ab. Bei den Basler Rolli hatte die Laterne des Stammvereins bereits eine erste Flugstunde genommen und landete auf dem Boden.

Der «Triangel» im oberen Bereich wurde behelfsmässig mit durchsichtigem Klebeband geflickt. Zusätzlich zu den vier Laternenträgern hielten danach noch vier weitere Cliquenmitglieder die «Lampe» mittels Seilen in der Spur. Ein praktischer Trick für die kommenden Fasnachtstage: Auch wenn die Laterne steht, hält mindestens einer das Seil fest. Trotzdem konnten die zahlreichen Mitglieder die traditionellen Ansprachen auf dem Münsterplatz geniessen. Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurden die Laternen der Opti-Mischte und der Agfrässene, wie das Portal fasnacht.ch noch am Sonntagabend berichtete. 

Das Ladäärne-Ypfyffe vor der Basler Fasnacht 2019

Das Ladäärne-Ypfyffe vor der Basler Fasnacht 2019

Die Basler Fasnacht wirft am Sonntag ihre Schatten voraus: In der Innenstadt pfeifen die Cliquen ihre teils noch verhüllten Laternen ein und bereiten sie auf den Morgestraich 2019 vor.

Auf der Brücke zieht es

Bei der Märtplatz, die gerade auf der anderen Seite des Münsterplatzes eine Pause einlegte, berichteten die Laternenträger Pius und Joshi von einer brenzligen Situation: «Wir haben ein leichtes Wägelchen», sagte Joshi und zeigte auf das dünne Metallgestell unter der Laterne: «Das ist einfach zu ziehen». Doch auf der Wettsteinbrücke habe der Wind die Laterne geradezu «aufgestellt», sprich in Schieflage gebracht. «Wir haben genügend Leute im Vortrab», erklärte Pius. Die müssten dann eben ihr ganzes Gewicht auf den Wagen «werfen».

Pragmatischer ist da Mark Sonderegger, Obmann der jungen Garde der Olympia: «Wenn der Wind zu stark weht, dann sollen sie die Laterne sein lassen», erklärte er. Bei starken Windböen habe man ohnehin keine Chance, ergänzte er. Doch Andreas, Thomas und Paki halten ihre «Trägerehre» hoch, denn sie befördern die rund 40 Kilogramm schwere «Lampe» schliesslich drei Tage durch die Innenstadt. Sie freuen sich auf die Fasnacht und sind guten Mutes, dass die Laterne ihnen nie zu schwer wird. «Yschtoo!», schrie da schon der Chef und auch die Laternenträger der Alten Garde und des Stammes trugen die Kunstwerke in die Reihen.

Einer der Träger trotzte mit kurzen Hosen dem Wetter. «Eine Vierer-Reihe, keine Dreier-Reihe», kritisierte der Tambourmajor. Es gibt noch drei Tage Zeit das zu üben. In der Zwischenzeit marschierten die Alte Abverheyte und die Kerzedrepf vorbei. Erstere trugen keine Laterne bei sich, die Damen pfiffen zur Freude ein. Letztere hatten die Laterne unverhüllt dabei, die blauen Plastiksäcke, die nur noch den unteren Rand umspannten, gehörten zum Sujet. Das «Verhüllen» der Laternen mit Tüchern wird unterschiedlich gehandhabt: Während die einen «blank» ziehen, verhüllen andere sogar ihre kleine «Stäggeladärne».

Der alte Hase weiss, wies geht

Die Breo machte sich auf dem «Münschti» ebenfalls bereit und von den sechs Laternenträgern erklärten Giuseppe und Ilias, dass es auf die Kommunikation ankomme: «Die Laterne bietet dem Wind eine grosse Angriffsfläche», sagte Ilias und Giuseppe ergänzte: «Wenn es nicht geht, stellen wir sie ab» und fügte an, dass die Clique dann eben warten müsse. Peter zieht die Laterne bereits seit 20 Jahren für den Barbara Club. Ihm sei es auch einmal passiert, dass die Laterne umgeflogen sei und vom Malheur ein Loch in der Seitenwand davontrug. «Man kann nichts machen!», erklärte der alte Hase und fügte lachend an: «Einmal hat mich meine Laterne sogar überholt». Am Kosterberg, wo der Stammverein zum «Morgestraich» startet, müsse die Laterne halt gut befestigt werden.

Schliesslich marschierte auch ein kleines Vierer-Zügli vorbei und zog eine komplett verhüllte Laterne in der Grösse eines mittleren Postpaketes mit sich. Denn die Laterne einzupfeifen ist nicht nur für grosse Cliquen eine Tradition. Doch nicht alle Gruppen betreiben ein Laterneneinpfeifen. So verzichtet unter anderem die Basler Mittwoch Gesellschaft BMG auf diesen Brauch. Bei ihnen sei das nie ein Thema gewesen, meinte Präsident Alain Grimm. «Ladärne aabepfyffe» nennt es hingegen die Seibi. Aus gutem Grund: Die nach dem Barfüsserplatz benannte Clique begleitete ihre «Lampe» vom Schulhausplatz Leonhard traditionell hinunter vor die Steinenvorstadt.