Abgeschlossener Perimeter, Bademeister, keine Strömung: Angesichts der Gefahren im für diese Jahreszeit besonders stark strömenden Rheins wären die Basler Badis eine sichere Alternative. Doch seit Jahren sinken deren Eintrittszahlen.

Im Gartenbad St. Jakob etwa wurden in den 1990er-Jahren im Schnitt noch rund 220'000 Eintritte gezählt, in den 2010er-Jahren waren es noch rund 180'000 Eintritte, die durchschnittlich pro Jahr verbucht wurden. Die letzten Zahlen, die der Kanton öffentlich ausweist, stammen aus dem Jahr 2017. Im Joggeli zählte der Kanton damals 184 903 Eintritte. Das ist ein konsequenter Rückgang von rund 20 Prozent über drei Jahrzehnte. Einer der Gründe ist die Beliebtheit des Rheinschwimmens, das keinen Eintritt kostet und Jahr für Jahr aufgewertet wurde.

«Irgendwo müssen sie ja schwimmen lernen»

Das Erziehungsdepartement, das die Schwimmbäder betreibt, erachtet den Rhein allerdings nicht als Konkurrenz, wie Bereichsleiter Thomas Mächler sagt: «Irgendwo müssen auch passionierte Rheinschwimmer mal schwimmen lernen, bevor sie den Bach ab gehen.»

Trotz mehrerer Hitzesommer waren die Basler Badis nie mehr so voll wie 2003. Das hat auch mit der Beliebtheit des Rheins zu tun.

Bachgraben

Trotz mehrerer Hitzesommer waren die Basler Badis nie mehr so voll wie 2003. Das hat auch mit der Beliebtheit des Rheins zu tun.

Gleichzeitig sind allerdings die Kosten für den Badibetrieb gestiegen. Auch, weil aufgrund der Rechtsprechung des Bundesgerichts die Aufsicht an den Nichtschwimmerbecken verstärkt werden musste. Dazu schwanken die Einnahmen aus Eintritten und Abos wetterbedingt.
Klar aber ist: Der Kanton subventioniert das Badi-Angebot massiv.

Die Ausgaben für den Betrieb im Joggeli, dem wegen des beheizten Beckens teuersten Schwimmbads in Basel-Stadt, beliefen sich 2018 auf knapp 2,17 Millionen Franken. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Vermietung von 875'899 Franken decken nicht einmal die Hälfte dessen, dies bei 204'883 Eintritten, also dem besten Jahrgang seit 2011. Beim Schwimmbad Bachgraben sieht es ähnlich aus, auch dort decken die Eintritte rund die Hälfte der Ausgaben.

Kosten hoch – Pro-Kopf-Rechnung nicht möglich

Eine exakte Pro-Kopf-Rechnung, wie viel der Kanton pro Badi-Eintritt drauflegt, sei allerdings nicht möglich, sagt Mächler. Dies habe unter anderem damit zu tun, dass etwa die Schulen von Basel-Stadt keinen Eintritt bezahlen müssen. Zudem finde auch keine Einzelabrechnung statt, wenn jemand sein Jahres-Abo im Schwimmbad Joggeli löst, aber dann im Bachgraben baden geht. Das würde eine korrekte Rechnung verfälschen.

Dennoch bleibt der Kanton auf der Hälfte der für die Badis aufgewendeten Kosten sitzen. Allein in den Fällen der zwei grössten Gartenbäder St. Jakob und Bachgraben ergab das 2018 Kosten von rund 1,5 Millionen Franken. «Die Gartenbäder sind Teil der städtischen Infrastruktur», sagt Mächler. «Sie dienen auch der Volksgesundheit und können nie kostendeckend betrieben werden. Wir achten zwar auf die Kosten, führen sie aber als Service public.»

Eintritte wie anno 2003? Lieber doch nicht

Das beste Badi-Jahr der vergangenen 30 Jahre war übrigens das Jahr 2003. Damals wurden im Joggeli und im Bachgraben je über 300 000 Eintritte verbucht, im kleineren Eglisee über 200'000 – eine Zahl, die seit der immer noch als Rekordsommer geltenden Saison nie mehr erreicht wurde. Eine wirtschaftliche Zielgrösse ist das aber nicht.

Laut Mächler rechnen die Basler Bademeister, dass im Falle einer Verdoppelung der Eintrittszahlen analog 2003 bei heutigen Verhältnissen «grosse Probleme und ‹Dichtestress in der Badi›» entstehen könnten. Was den Wert der populären Erfrischungs-Alternative am Rheinbord umgekehrt eben auch wieder steigert.