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Trotz grosser Beliebtheit: Der Einzahlungsschein fürs U-Abo ist unter Druck

Automaten wie hier am Voltaplatz werden beim Bezug von U-Abos immer wichtiger.

Automaten wie hier am Voltaplatz werden beim Bezug von U-Abos immer wichtiger.

In Postagenturen kann man das U-Abo nicht mehr bar bezahlen. Dagegen wird die Karten- und Automatenlösung immer wichtiger. Andreas Büttiker, Geschäftsleiter des TNW glaubt, dass dieser Schritt für viele Kunden ein Erschwernis ist.

Nix, das geht nicht, man steht etwas dumm da: In der Postagentur kann man das U-Abo nicht bar bezahlen. Einzig wer eine Maestro- oder eine Postfinance-Karte hat, kann sich den Betrag fürs Jahres-Abo vom Konto abbuchen und den Quittungsabschnitt auf dem Einzahlungsschein abstempeln lassen. Diese Erfahrung machte eine Muttenzerin in der Postagentur Lutzert.

Post-Pressesprecherin Nathalie Dérobert bestätigt, dass allgemein in den Postagenturen Bareinzahlungen nicht akzeptiert werden, da sie als zu riskant gelten.

Beim Hausservice, der in 28 Baselbieter Gemeinden angeboten wird, kann man dagegen das U-Abo bar bezahlen. Trotzdem: Man kann in 15 Baselbieter und 6 Basler Post-Niederlassungen den U-Abo-Einzahlungsschein nur als Post- oder Maestrokunde stempeln lassen.

Kunden lieben Einzahlungsschein

«Dies ist für viele Kunden eine Erschwernis», anerkennt Andreas Büttiker als Leiter des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW), der das U-Abo ausstellt. Dass wenig frequentierte Poststellen geschlossen und als Agenturen in Drogerien und Dorfläden integriert werden, findet er verständlich.

Dass aber immer mehr Poststellen schliessen, vermindere die Attraktivität des U-Abos und somit des öffentlichen Verkehrs, denn die Einfachlösung, dass der Quittungsabschnitt des Einzahlungsscheins gleich das Abo ist, wird dadurch für Kunden in abgelegenen Gemeinden komplizierter.

«Dem TNW ist klar, dass der Einzahlungsschein nicht die einzige Form bleiben kann», erklärt Büttiker . So habe der Verbund vor fünf Jahren die U-Abo Card eingeführt, mit der man das Monatsabonnement am Billettautomaten oder Schalter bezahlen kann.

Damit wolle der TNW die Abhängigkeit von der Post verringern und die 600 Billettautomaten intensiver nutzen. Der Erfolg sei jedoch - trotz intensiver Werbung für die U-Abo Card - begrenzt: «Nach wie vor setzen 60 Prozent der Kunden auf den Einzahlungsschein. Da wissen alle, wie es funktioniert.»

Entwicklung in Richtung E-Ticket

Trotz dieser Beliebtheit sei der Einzahlungsschein langfristig ein Auslaufmodell, denn er setze der Weiterentwicklung des U-Abos Grenzen. So sei das Fliessdatum - dass man ein Abonnement unabhängig vom Kalenderjahr oder Monat lösen kann – technisch nur mit einer Karte und nicht mehr mit dem gestempelten Quittungsabschnitt möglich.

Neben der U-Abo Card komme dafür das Halbtax-Abo oder die SBB-Grundkarte zum Einsatz. Die Einführung dieses Fliessdatums hat der TNW-Koordinations-Ausschuss an seiner Dezembersitzung beschlossen (die bz berichtete). Dann kann man auch das Jahresabo mit Reka-Checks bezahlen.

Die Zukunft liegt für Büttiker beim E-Ticketing durch Karten mit RFID-Chips. Auf nationaler Ebene werde in zwei bis drei Jahren eine solche öV-Karte eingeführt. Der TNW sei sehr interessiert an dieser Lösung.

«Wir werden aber weiterhin alle Varianten anbieten und den Kunden entscheiden lassen.» Doch Abos auf Handys seien noch nicht sicher genug und erst mittelfristig zu erwarten.

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