Coronavirus

Trotz hoher Arbeitslosigkeit in Basel – noch über 600 Lehrstellen offen

Im Stadtkanton stieg die Jugendarbeitslosigkeit um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im Stadtkanton stieg die Jugendarbeitslosigkeit um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Während die Arbeitslosenquote insbesondere im Stadtkanton bei der jungen Bevölkerung steigt, sind in den beiden Basel wenige Wochen vor den Sommerferien noch 641 Lehrstellen unbesetzt.

Auf dem Baselbieter Arbeitsmarkt ist die Lage trotz Corona stabiler. So stieg die Arbeitslosenquote im Mai nur wenig und liegt derzeit bei 2,7 Prozent. Im Stadtkanton sieht es indes düsterer aus. Wie bereits im März und April stieg die Arbeitslosenquote auch im vergangenen Monat weiter an und liegt aktuell bei 3,8 Prozent. Ein Blick auf die Zahlen des Vorjahres zeigt, wie bedeutend sich die Coronakrise ausgewirkt hat. So waren im vergangenen Monat rund 1000 Personen mehr arbeitslos als noch vor einem Jahr – was einer Zunahme von 36,5 Prozent entspricht.

Jugendarbeitslosigkeit in Basel-Stadt

Besonders auffallend sind die gestern vom Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) Basel-Stadt publizierten Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit: In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen beträgt die Zunahme im Vergleich zum Vorjahresmonat fast 50 Prozent.

Laut Alessandro Tani, Bereichsleiter Arbeitslosenversicherung des WSU, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob die Jugendlichen längerfristig stärker als andere Altersgruppen betroffen sind. Fakt ist aber, dass die bis 24-Jährigen im Mai ungefähr zehn Prozent all jener ausmachen, die sich beim RAV angemeldet haben.

Lehrstellenbörse als Onlineveranstaltung

Nicht nur denjenigen, die sich bereits auf dem Arbeitsmarkt befinden, auch den Neueinsteigern bereitet Corona Probleme: Schülerinnen und Schüler, die in wenigen Wochen die obligatorische Schulzeit abschliessen und eine Lehrstelle finden möchten. So gab es in den vergangenen Wochen weniger Bewerbungen auf Lehrstellen als in den Vorjahren, sagt Reto Baumgartner vom Gewerbeverband beider Basel. «Es haben sich viele Firmen bei uns gemeldet, die noch offene Lehrstellen haben», so der Vizedirektor des Verbandes. Dieser hat sich deshalb dazu entschlossen, zur alljährlich stattfindenden Lehrstellenbörse zwei Onlineveranstaltungen durchzuführen, an denen Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen, schnell und unkompliziert mit Unternehmen in Kontakt kommen, die Stellen anbieten. «Die erste Onlinebörse findet nächsten Mittwoch statt,» so Baumgartner.

Im Baselbiet präsentiert sich diesbezüglich ein ähnliches Bild. Obwohl die Jugendarbeitslosigkeit nur bei knapp drei Prozent liegt, sind auch hier noch viele Lehrstellen unbesetzt. Wie der Regierungsrat gestern an seiner Pressekonferenz bekanntgab, suchen aktuell noch 300 Lernende nach Lehrstellen. Laut Monica Gschwind, Vorsteherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, rechnet man damit, dass etwa 75 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden werden. Dass zu einem so späten Zeitpunkt noch immer zahlreiche Lehrstellen frei sind, liegt laut Reto Baumgartner auch an Corona. Im Fernunterricht während des Lockdown konnten die Lernenden bei der Suche nach Lehrstellen weniger eng als gewöhnlich begleitet werden.

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