Volksbegehren

Trotz Kompromiss kein Rückzug der Basler Familiengarten-Initiative

Der Grosse Rat will 80 Prozent der Familiengärten auf Basler Boden sichern.  Archiv/Martin Töngi

Der Grosse Rat will 80 Prozent der Familiengärten auf Basler Boden sichern. Archiv/Martin Töngi

In der Kontroverse um die Basler Schrebergärten ist ein Kompromiss ausgehandelt worden. Dank diesem unterstützen die Initianten des Volksbegehrens «Rettet die Familiengärten» nun den Gegenvorschlag. Die Initiative ziehen sie jedoch nicht zurück.

Das Bau- und das Verkehrsdepartement Basel-Stadt (BVD) und die fünf Familiengartenvereine an den Stadträndern haben Vereinbarungen ausgehandelt, die den vom Grossen Rat unterstützten Gegenvorschlag für die einzelnen Areale konkretisieren. Dadurch sollen gemäss einer Mitteilung vom Freitag mehr Gartenparzellen gesichert werden als durch den Gegenvorschlag.

Konkret sollen laut dem BVD bis in 15 Jahren für Wohn- und andere Nutzungen im Interesse der Stadtentwicklung rund 300 der insgesamt 2100 Gartenparzellen an den Stadträndern umgenutzt werden. Das sind 120 weniger als im Gegenvorschlag. Der Entwurf des neuen Zonenplan sah gar die Umnutzung von 800 Parzellen vor. Die 2009 eingereichte Initiative wollte sämtliche Familiengärten sichern.

Vereinbarungen mit fünf Vereinen

Vereinbarungen abgeschlossen wurden mit den Familiengarten- Vereinen Rankhof, Bettingerweg, Dreispitz, 3 Häusern und Milchsuppe. Für die Umnutzung der Gartenparzellen wurde ein verbindlicher Zeitplan mit mehreren Etappe festgelegt. Als Ideenskizzen wurden zudem Aufwertungsmassnahmen für die Areale festgehalten.

Der Präsident des Familiengärtner-Zentralverbands und der Präsident des Initiativkomitees befürworten gemäss Communiqué den Kompromiss als «Gegenvorschlag plus». Die beiden Exponenten wollen deshalb der Versammlung mit Vertretern aller 35 Familiengarten- Areale am Montag empfehlen, bei der Parolenfassung den «Gegenvorschlag plus» zu unterstützen und die Initiative abzulehnen.

Der «Gegenvorschlag plus» erlaubt aus Sicht der beiden Exponenten «einen flexiblen und einvernehmlichen Umgang mit dem wertvollen Erbe der Familiengärten», wie es in der Mitteilung heisst. Die Initiative wollen sie jedoch nicht zurückziehen, weil das Volk den «historischen Familiengarten-Kompromiss» langfristig besiegeln solle.

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