Bärentag

Trotz Regen und Corona tanzte die Bärin ganz alleine durch Kleinbasel

Der 23. Bärentag fiel trotz Corona nicht ganz weg: Einsam tanzte Eva Widmann im Bärenkostüm durch Kleinbasel. Auf Facebook konnten die Menschen dennoch Teil des traditionsreichen Anlasses sein.

«Es ist schon komisch», sagt Eva Widmann, die im Bärenkostüm steckt. «Die Kinder und die Menschen fehlen. Sie geben einem Motivation und Kraft.» Das nasskalte Wetter an diesem Dienstagnachmittag bemerkt Widmann aber wohl gar nicht richtig. «Das Bärenfell ist etwa 25 Kilogramm schwer, aber beim Tanzen spüre ich es weniger als beim Laufen, weil sich das Gewicht dann besser verteilt.»

Eine kleine Kindergruppe steht kurz nach 14 Uhr in grossem Abstand zum Spektakel beim Landhof und quietscht erfreut. Musikalisch von einem Tambour und einem Trompeter begleitet, tanzt die Bärin wild umher. Nach wenigen Minuten ist das Ereignis wieder vorbei. Der Bärenkopf wird abgelegt und ins Auto gepackt.

Die Tänze entstehen spontan aus der Situation

«Dieses Jahr ist es genau andersrum als üblich. Wir gehen an Orte, wo es möglichst keine Menschen hat», meint Franca Mader von der Gesellschaft zum Bären. Mit musikalischer Begleitung tanzt die Bärin dieses Jahr an fünf verschiedenen, vorher nicht angekündigten Orten, darunter beim Landhof und bei der in dieser Jahreszeit verlassenen Landestelle am Hafen. Diese tänzerischen Pop-up-Aktionen werden live auf Facebook übertragen.

Hier tanzte die Bärin beim Landhof.

Während Widmann auf ihren Auftritt wartet, erzählt sie: «Ich spiele jedes Jahr die Bärin. Aber wir sind normalerweise mehrere Personen und wechseln uns ab.» Die Tänze sind nicht einstudiert, sondern entstehen jeweils aus der Situation heraus. Seit 1999 tanzt die Bärin an diesem Festtag den ganzen Nachmittag mit Musik und vielen Zuschauern durchs Kleinbasel. Doch die traditionelle Durchführung des Bärentags fiel, wie viel anderes, dem Coronavirus zum Opfer.

Solidarität ist wichtig

«Wir wollten den Tag nicht einfach absagen oder ständig weiter nach hinten verschieben, ohne zu wissen, ob er dann stattfinden kann», sagt Eva Widmann. Denn die Gesellschaft zum Bären sei der Meinung, dass gerade in diesen Zeiten Solidarität besonders wichtig sei.

Dennoch wolle man die Massnahmen des Bundes respektieren und unterstützen. «Deswegen», so Widmann, «haben wir uns entschieden, dieses Jahr einfach mal etwas Neues auszuprobieren.» Die schwarze Bärin ist neben dem Vogel Gryff, Wild Maa und dem Leu ein zusätzliches Ehrenzeichen des Kleinbasels. Gemäss Legende ist sie eine Symbolfigur für das freie, offene und unabhängige Kleinbasel.

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