Fasnachtsgewalt

Trotz ruhiger Fasnacht: Ist die Grünpfahlgasse eine No-Go-Zone für Aktive?

(Archivbild)

Blieb es im Gläbbergässli wirklich so ruhig, wie die Polizei sagt?

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An der Grünpfahlgasse sei es während der Fasnacht ruhig geblieben, sagt die Polizei. Fasnächtler sprechen aber vom Gegenteil.

Rund ein Dutzend Tätlichkeiten und Schlägereien seien der Basler Polizei während der Fasnacht gemeldet worden. Das teilte die Justiz- und Sicherheitsdirektion Basel-Stadt am Donnerstag mit. In der «Gläbbergässli» genannten Grünpfahlgasse zwischen Rümelinsplatz und Gerbergasse hingegen sei es weitgehend ruhig geblieben, wie Polizeisprecher Toprak Yerguz gegenüber der bz sagt: «Wir ziehen ein positives Fazit.»

Die Grünpfahlgasse wurde vergangenes zum fasnächtlichen Unort, da feiernde Partygäste Pöbeleien mit aktiven Fasnächtlern begannen. Es kam zu Ausfälligkeiten, Tätlichkeiten und am Fasnachtsmittwoch vor einem Jahr musste die Polizei Präsenz markieren. Dieses Jahr: Weitgehend Ruhe. Zumindest nach Angaben der Polizei. Die durch Behörden, Unternehmen Mitte und Fasnachts-Comité getroffenen Massnahmen hätten sich als wirkungsvoll erwiesen.

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Das war der Ändstraich:

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Aktive widersprechen

«Die rund ein Dutzend Schlägereien, die wir über die drei Fasnachtstage verzeichnen mussten, verteilten sich auf den ganzen Fasnachtsperimeter, wobei sich jedoch keine davon in der Grünpfahlgasse ereignete», sagt Polizeisprecher Yerguz. Anderes berichten Fasnächtler gegenüber der bz: Es sei abends erneut zu Auseinandersetzungen gekommen, besonders spätnachts hätten sich wieder Pöbeleien ereignet, darunter Remplereien und weitere Provaktionen.

Yerguz hält auch darauf hin fest: «In der Umgebung der Grünpfahlgasse kam es zu keinen Schlägereien.» Der Vollständigkeit halber müsse aber noch ein Fall erwähnt werden, der jedoch keine Schlägerei war: «In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag musste eine betrunkene Person in Polizeigewahrsam genommen werden. Sie musste dabei zu Boden geführt werden.»

Insgesamt wurden an der Fasnacht 2018 vier Larven als gestohlen gemeldet, dazu kamen acht weitere Diebstähle zur Anzeige. Die Polizei musste laut Mitteilung 25 Kinder vorübergehend auf dem Posten betreuen, bevor sie diese den erwachsenen Begleitpersonen zuführen konnte. Eine Person musste ihren Rausch auf dem Polizeiposten ausschlafen. Die Sanität der Rettung Basel-Stadt leistete 40 «Fasnachtseinsätze». Auslöser waren laut Mitteilung Stürze, medizinische Probleme oder die Folgen eines zu grosszügigen Alkoholgenusses. Im Rahmen der diesjährigen Fasnacht mussten gesamthaft 18 Autos abgeschleppt und 243 Velos entfernt werden. 

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