Leerstände

Trotz Shopping-Wüste im Zentrum: «Es gibt kein Lädelisterben in Basel»

Mitten im Basler Zentrum stehen viele Läden leer. Mathias Böhm von Pro Innerstadt wehrt sich jedoch gegen den Begriff Lädelisterben.

Rund um den Basler Rümelinsplatz prägen mit Papier verdeckte Schaufenster und Schilder von Immobilienfirmen das Bild. Hier, mitten im Zentrum zwischen internationalen Ketten und Boutiquen, präsentiert sich mittlerweile eine Shopping-Wüste.

Die Burger-Kette Holy Cow hat sich trotz unterzeichnetem Mietvertrag dazu entschieden, doch keinen Laden in der frisch renovierten Liegenschaft am Rümelinsplatz 1 zu eröffnen. Ab April ist auch ein Laden am Rümelinsplatz 14 zu vermieten. Und «Totalausverkauf!» prangt in roten Lettern am Schaufenster des Bekleidungsgeschäftes «La Diva», nur ein paar Häuser weiter. Gerade an diesem Ort haben es Läden derzeit schwer, ein längeres Bestehen aufzubauen.

Der Mythos vom Lädelisterben

Mit einem Lädelisterben habe diese zwischenzeitliche Shopping-Wüste jedenfalls nichts zu tun, sagt Mathias Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt. «Es gibt unterschiedliche Gründe, wieso Geschäfte in der Basler Innenstadt scheitern», sagt er. Gewerbeflächen würden zwar nicht so schnell weggehen wie früher – doch hält er fest: «Es gibt in Basel kein Lädelisterben».

Davon könne man aus seiner Sicht nur dann sprechen, wenn aus einem einzigen Grund ein grosser Teil der ansässigen Läden schliessen müsste. Dies sei in Basel nicht der Fall. Zudem liege die Häufung der Leerstände am Rümelinsplatz nicht am Standort selbst: «Man muss die Immobilien jeweils einzeln betrachten.»

Doch sagt auch Böhm, dass es sich beim Rümelinsplatz um einen «urbanen Dorfplatz» und damit um eine besondere Lage handle. Der Platz sei im Moment allerdings noch eine eher unattraktive Durchgangsachse. Dies solle sich spätestens in zwei Jahren ändern.

Die Aufwertung des Rümelinsplatzes durch den Kanton ist beschlossene Sache. Das Siegerprojekt «Platzlichtung» des Büros Franz Reschke Landschaftsarchitektur sieht vor, den Ort zum «Flanierplatz» werden zu lassen.

Höhere Aufenthaltsqualität

Wenn der Grosse Rat zustimmt, beginnt die Erneuerung voraussichtlich 2021. Diese Massnahme soll dem Areal mehr Leben einhauchen als heute. Auch Böhm von Pro Innerstadt begrüsst die Massnahme, denn dem Rümelinsplatz täte diese Aufwertung gut: «Die Aufenthaltsqualität spielt immer eine Rolle.»

Geschäfte wie die Mode-Boutique «Set&Sekt» würden jedoch beweisen, dass am Rümelinsplatz auch mit der aktuellen Gestaltung ein Erfolg möglich sei. «Dies, weil der Laden eine sehr spezifische Kundschaft anspricht und über ein individuelles Konzept verfügt», so Böhm.

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