Kundenbefragung 2012

Trotz Sicherheitsdebatte: Basler sind mit ihrer Polizei zufrieden

Süsse Versuchung im Polizeiauto: Die Kantonspolizei verteilt Schoggi

«Schokoladen-Auto» der Kantonspolizei Basel-Stadt

Süsse Versuchung im Polizeiauto: Die Kantonspolizei verteilt Schoggi

In der «Kundenbefragung 2012» erhielt die Kantonspolizei Basel-Stadt auf einer Skala von 1 bis 10 die Gesamtnote von 7,5. Das grösste Verbesserungspotenzial ortet die Kantonspolizei bei der Präsenz in der Nacht und an diversen Hotspots in der Stadt.

«Die ‹Kundenbefragung 2012› zeigt, dass wir ein erfreulich positives Image», sagt Gerhard Lips, Kommandant der Kantonspolizei. «Wir bewegen uns damit auf einem genügend bis guten Niveau.»  Das Ergebnis mag, vor allem auf Grund der Sicherheitsdebatte der vergangenen Monate, erstaunen.

Neben der guten Gesamtnote von 7,5 vergaben 14 Prozent der Befragten gar die Höchstnote 10. Am zufriedensten ist die Altersgruppe der über 75-Jährigen mit einer Note von 8,5.

Befragte wünschen mehr Polizeipräsenz an Hotspots

Trotz der positiven Ergebnisse zeigt die Umfrage aber auch: Es gibt durchaus Luft nach oben. «Wir haben deshalb bereits erste Massnahmen erarbeitet», sagt Kommandant Lips. Dabei wolle er sich vor allem auf diejenigen Bereiche konzentrieren, die von der Bevölkerung besonders kritisch betrachtet werden. «Da kann auch schnell eine Wirkung erzielt werden.»

Interessanterweise finden 78 Prozent der über 75-Jährigen, also der grundsätzlich zufriedensten Altersgruppe, dass es in Basel zu wenige Polizisten gibt. Damit liegen sie deutlich über dem Durchschnitt von 60 Prozent.

Mehr Polizeipräsenz wünschen sich die Befragten vor allem in der Nacht (67 Prozent) und an den bekannten Hotspots wie den Parks (61), am Rhein (55), am Bahnhof (53), am Claraplatz (52) und in der Steinenvorstadt/Heuwaage (48).

Polizei hat bereits Massnahmen erarbeitet

Die «Kundenbefragung 2012» bestätigt damit die vom Regierungsrat beschlossene Aufstockung des Korps. Nach langem Seilziehen wurde dem Antrag des Justiz- und Sicherheitsdepartementes (JSD) auf 45 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten bis 2015 stattgegeben.

Die ersten zwölf von ihnen haben ihre Grundausbildung in diesem Jahr abgeschlossen und werden ab Frühling 2013 entsprechend der Erkenntnisse aus der Umfrage eingesetzt. «Damit können wir bereits in wenigen Monaten auf die bemängelten Umstände reagieren», sagt Lips.

«Wir werden sie natürlich nicht im Strassenverkehr einsetzen, wo man mit unserer Arbeit zufrieden ist», so Lips weiter. Die zusätzlichen Polizisten werden demnach vor allem an den Hotspots und in der Prävention eingesetzt. Sechs der 45 zusätzlichen Stellen waren so oder so bereits für die Prävention vorgesehen. «Die Befragung zeigt also, wir sind auf dem richtigen Weg.»

Nachfolge der Studie «Der Basler und seine Polizei»

Die Umfrage über die Zufriedenheit mit den Leistungen der Kantonspolizei hatte das Link Institut für Markt- und Sozialforschung zwischen dem 20. Juni und dem 20. August dieses Jahres unter 1028 Einwohnerinnen und Einwohnern durchgeführt. Diese waren zum Interviewzeitpunkt über 15 Jahre alt und hatten seit mindestens einem Jahr ihren Wohnsitz im Kanton.

Die «Kundenbefragung 2012» löst die zuletzt im Jahr 2009 erhobene Studie «Der Basler und seine Polizei» ab. Diese wurde seit 1983 alle drei Jahre durchgeführt. Ein direkter Vergleich zwischen den beiden Umfragen ist allerdings nicht möglich, da ihre Rahmenbedingungen nicht mehr übereinstimmend sind.

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