Impcat Hub Basel

Trotz Social Media: Sich treffen ist alles

An der Gründungsversammlung des Basel Hub. Vorne stehen die «Founders» Connie Low, Hanna Byland und André Moeri (v.l.).

An der Gründungsversammlung des Basel Hub. Vorne stehen die «Founders» Connie Low, Hanna Byland und André Moeri (v.l.).

In Basel entsteht ein sogenannter Impact Hub – dieser entspricht offensichtlich einem Bedürfnis. Das Profi-Netzwerk soll nach internationalem Vorbild Menschen miteinander verbinden.

Als Connie Low 2013 von London nach Basel kam, merkte sie rasch: Da fehlt etwas. Es fehlten ihr die Kontakte des «Impact Hub», in dem sie sich in London so wohl fühlte, wo sie sich persönlich und fachtechnisch austauschen konnte und wo sie je nach dem auch eine gemütliche Ecke zum Arbeiten fand.

Impact Hub – das ist ein Netzwerk von Netzwerken. Weltweit gibt es über 80 Impact Hubs, die alle nach einem ähnlichen Muster funktionieren. Sie richten sich an junge Kleinunternehmer, Kreative, «Social Enterpreneurs», im Umweltbereich Tätige und Startups. Die Idee: Alle Mitglieder gehen in ähnlicher Umgebung ähnlichen Tätigkeiten nach – mit Menschen, die ähnlich ticken. Das grosse Oberthema: Nachhaltigkeit.

«In London gab es einen offenen Workspace, es war ein Ideenlabor und Business Inkubator zugleich, und das in einer inspirierenden Atmosphäre» sagt die aus Singapur stammende junge Frau. Sie arbeitete damals im Nachhaltigkeitsbereich des Penguin-Verlags, heute bei Novartis im Bereich «Sustainable Supply Chain», was soviel heisst wie «Nachhaltigkeit im Einkauf».

In Zürich umgeschaut

Statt in Basel musste sich Connie Low in Zürich umschauen, und bald war ihr klar, dass sie eine solche sozial- und businessorientierte Plattform auch hier installieren wollte. Sie streckte in ihrer Freizeit die Fühler aus und kam Kontakt mit André Moeri, der bis vor kurzem die Aufbauarbeit des Swiss Innovation Parks in Allschwil leitete.

Einen Impact Hub kann man nicht «einfach so» gründen. Die Organisation achtet darauf, dass weltweit mehr oder weniger dieselben Standards gelten. In Basel führt der Weg über einen Gründungsverein «Hub Basel».

Schon nach wenigen Monaten Planung fand kürzlich auf dem Gundeldingerfeld ein «Vor-Event» für den neuen Impact Hub in Basel statt. Moeri: «Wir waren völlig überrascht von den zahlreichen Anmeldungen. Dabei haben wir gar nicht gross Werbung gemacht.» Moeri wundert sich, dass es eine solche Plattform in Basel nicht schon lange gibt. «In Basel gibt es viele, die sich mit Nachhaltigkeit befassen.» Entsprechend positiv waren die Reaktionen. «Endlich gibt es das auch in Basel!», war zu hören. «Wir profitierten natürlich davon, dass viele den Namen ‹Impact Hub› schon kannten.»

Stiftung finanziert

Die Anschubfinanzierung für den Hub Basel kommt von einer Stiftung, die nicht genannt sein will. Diese will selber aktiv werden und plant die Lancierung einer Impact-Hub-kompatiblen Initiative. Profitieren soll aber nicht nur Basel, sondern, ganz im Sinn der «Sharing Economy», das gesamte Impact-Hub-Netzwerk. Das könnte Basel zu einer weiteren internationale Ausstrahlung verhelfen. Die Stiftung finanziert auch eine 80-Prozent-Sekretariatsstelle.

Am Treffen vor zehn Tagen wurde überwiegend Englisch gesprochen. Die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Branchen, viele aus dem Bereich der Nachhaltigkeit. Hanna Byland, Juristin und Basel-Hub-Mitgründerin, sagt: «Menschen müssen bereit sein, zu teilen. Es kommt eine besondere Art Leute zu uns.» Sie erwähnt das Beispiel eines Architekten, der eine neuartige Brückenkonstruktion entwickelt hat. Anstelle sie zu patentieren, stellte er sie ins Netz, zur freien Verfügung und zur Weiterentwicklung. Trotz «Open Source» wurde das Projekt auch finanziell zu einem Erfolg.

Mehrstufige Prüfung

«Basel Hub» durchläuft derzeit einen mehrstufigen Prüfungsprozess der Impact-Hub-Geschäftsleitung in London. Sie fühlen den Initianten, dem Team auf den Zahn, sie prüfen die Finanzierung und ob sich Basel schon mit den Hubs in Zürich und Bern ausgetauscht hat. Moeri rechnet, dass der Impact Hub Basel in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres eröffnet werden kann. Vieles hängt davon ab, wann ein geeigneter Raum (1000 bis 1500 Quadratmeter) gefunden wird.

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