Das Drummeli 2016 war eine ganz spezielle Austragung in der langen Geschichte der traditionsreichsten Vorfasnachts-Veranstaltung. Das Comité ging, nachdem die Ticketverkäufe in den Vorjahren immer harziger verliefen, ein Risiko ein. Man wollte das Drummeli revolutionieren, etwas wagen, dem Publikum einen neuen Ansatz bieten. Dieser Schuss ging nach hinten los. Der dafür engagierte Regisseur Laurent Gröflin versuchte viel, war mutig – scheiterte am Schluss aber doch. Das reduzierte Bühnenbild, die seltenen Pointen, die weniger theatralischen und zu statischen Rahmestiggli – sie kamen bei vielen Besuchern des Drummeli nicht gut an. Als «platt» beschrieb damals die bz die Aufführung, «zum Gähnen» fand es die «Basler Zeitung». «E grosse Seich» war es für -minu.

Nun teilte das Comité bei ihrer einberufenen Pressekonferenz mit, dass man in Zukunft entgegen dem Willen der Kritiker weiterhin mit Laurent Gröflin zusammen arbeiten will. Auch für das Drummeli im nächsten Jahr soll der 37-Jährige die Federführung haben.

Einen Schritt zurück

Begründen tut dies das Comité mit «einigen Deckungsgleichheiten in den Überlegungen», die man in gemeinsamen Diskussionen hatte. Ausserdem sei der Regisseur gewillt, in der nächsten Austragung wieder einen Schritt zurück zu einem traditionelleren Programm zu gehen.

«Laurent war sehr selbstkritisch, hat sich selber viele Gedanken gemacht. Wir sind überzeugt, dass wir zusammen zu einer guten Lösung kommen werden für 2017», erklärt Drummeli-Chef André Schaad. Allerdings spricht Schaad auch offen aus, dass die Austragung 2016 in dieser Art nicht funktioniert hat: «Es war ein Experiment, für das wir uns bewusst entschieden haben. Aber die Sache hat nicht geklappt, wir konnten unsere Ideen nicht so zum Publikum bringen, wie wir das wollten.» Das Drummeli 2017 soll wieder kürzer werden, die Rahmestiggli wieder mehr Pointen bieten, bissiger sein, so das Comité.

Gröflin selber freut sich auf die Arbeit, die auf ihn zukommen wird im Hinblick auf sein zweites Drummeli als Regisseur – trotz der Kritik. «Ich spüre das Vertrauen des Comités, merke, dass man hinter mir steht. Ich habe bereits jetzt im Juni Lust auf die Fasnacht und das nächste Drummeli.»